|
Steinheim/Berlin/Suchumi – ewk. Die Märchen der Brüder Grimm beginnen immer mit „Es war einmal….“. Meine Eltern und Großeltern hatten Angst vor dem Russen hinter dem „Eisernen Vorhang.“ Doch der Eiserne Vorhang ist gefallen, der Kommunismus auch und die DDR Gebiete gehören zu den neuen Ländern der Bundesrepublik Deutschland. Der Jugoslawien Krieg ist vorbei und daraus entstanden neue Länder und Europa hat sich nach dem Osten erweitert.
In dieser Zeit nach dem Schrei nach Frieden und Freiheit durch die Menschen und den Völkern, brachen auch in der Sowjetunion die Landesteile auseinander. Jahrzehntelange Jahre der Unterdrückung der eigenen Sprache, der Kultur und der vorgegebenen Richtung, eine Art Demokratie ging durch das Reich des Bären.
Unabhängigkeit und Freiheit war das Ziel, zwar verbunden sein in der neu gegründeten GUS aber trotzdem ein eigener anerkannter Staat. Diesen Weg beschritten auch die Staaten im Kaukasus. Georgien trennte sich zwar wollte oder wollte nicht in die GUS eintreten. Abchasien wollte die Unabhängigkeit aber im Verbund mit der GUS.
Der Einmarsch der Georgier in Abchasien 1992 wurde in den westlichen Medien als Bürgerkrieg dargestellt, eine innere Angelegenheit. Die Vertreibung aus Abchasien und die Flucht der Georgier 1993 aus dem Land am Schwarzen Meer blieben fast unerwähnt. Seit dieser Zeit herrscht eine Blockade für Abchasien. Die Grenzen sind dicht, kein Zug- Auto- Flugzeug – oder Schiff kann ohne Gnade aus Russland oder Georgien in dieses Land hinein. Hinzu kommt noch die Wirtschafts- und Handelsblockade sowie teilweise Abschaltung des Wassers, Stroms, Telefon und des Gases.
Was man vor Jahrzehnten sich auch nicht vorstellen konnte waren Internationale Parlaments – Stipendiaten (IPS) aus dem Osten die durch die Unterstützung des Deutschen Parlaments in Berlin bei Bundestagsmitgliedern hospitieren können. In dieser Woche fand im Bundestag im Jakob- Kaiser-Haus mit Unterstützung der Deutsch- Südkaukasischer Parlamentariergruppe eine gemeinsame Veranstaltung von georgischen und russischen IPS Studenten statt.
Diskussionsthema „Weg zum Frieden – Perspektive einer friedlichen Lösung des Abchasienkonflikts. Die Diskussion hatte einen kleinen Fehler, über „Die“ die man Sprechen wollte, aus Abchasien waren keine Studenten geladen. Für den Bundestag und für die BRD- Botschaft in Moskau existiert Abchasien nicht.
Ein abchasischen Sprichwort sagt: „Iss nicht das Schwein bevor es geschlachtet ist“. Aber die georgischen IPS Mitglieder hatten dieses Schwein schon zerteilt, man sollte nur noch den Preis festsetzen.
Als Vertreter und Staatsbürger und als orthodoxer Priester des Landes Abchasiens hatte man den Steinheimer Eugen W. Krammig kurzfristig geladen. Im gegenüber saßen Studentinnen und Studenten aus Georgien die politisch und Mediengerecht eingeschworen waren auf dem neuen Kurs ihres amerikanischen Präsidenten.
Wir wollen hier nicht die einzelnen Punkte durch gehen sonst müssten wir ein Buch darüber schreiben, alleine der Vortrag durch die georgische IPS dauerte 45 Minuten, doch eines muss man feststellen. Zwei Drittel der Zeit hatten die Georgier und das letzte Drittel mussten sich die Russen mit Fragen aus dem Publikum, Parlamentariern und den Antworten von Krammig teilen.
Fest steht eines, Abchasien wird eine Autonomie bleiben oder ein selbstständiger Staat werden müssen im Verbund der GUS, eine Rückkehr nach Georgien wird es nicht mehr geben. Zu lange wurde das Volk durch den Kommunismus unterdrückt, zu viele Georgier wurde durch Stalin in das Land Abchasien zu Bürgern und Herrschern gemacht um das abchasischen Volk zu unter drücken. Spätestens nach dem Krieg und im Krieg der Zerstörung jeglichen abchasischen Kulturgutes und den vielen tausenden von Toden sind dies keine kaukasischen Brüder mehr sondern Todfeinde. Lasst das kleine Land zur Ruhe kommen, öffnet die Grenzen, tauscht die Kulturen aus, treibt zusammen Sport, die nächste Generation wird es danken und vielleicht auf friedlichen Weg einen Weg in die Zukunft finden. Ein zurück nach Georgien auch mit der Unterstützung durch die USA und Europa für Georgien und den Natobeitritt von Georgien wird die Lage nur noch weiter erschweren und behindern. Eine Pufferzone zwischen Russland und Georgien ist Abchasien, gebt ihnen das Recht dazu wie freie Bürger und Menschen hier in der freien Welt zu leben, das Volk wird es nicht nur mit seiner Gastfreundschaft danken.
|