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1. Vorsitzender Eugen W. Krammig, Am Maintor 8, 63456 Hanau - Steinheim am Main
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Hier können Sie Presseartikel zu Abchasien und deren Menschen lesen.

 Experte schlägt Verlegung der russischen Militärstützpunkte in Georgien vor

 

MOSKAU, Zu einem neuen Standort der russischen Stützpunkte in Georgien könne Abchasien werden, meint Leonid Iwaschow, Vizepräsident der Akademie für geopolitische Probleme.

 

Abchasien ist eine nicht anerkannte Republik, die formal Georgien angehört, aber nach Russland tendiert. Ein beträchtlicher Teil der abchasischen Bevölkerung hat russische Pässe.

 

„Russland könnte als Stationierungsort der russischen Stützpunkte einerseits Armenien bestimmen, und andererseits kann man für den Schutz der russischen Bürger die Stützpunkte in Gudauta (Abchasien) stationieren", sagte er am Montag auf einer Pressekonferenz.

 

Russland hatte bereits einen Militärstützpunkt in Gudauta gehabt, aber entsprechend dem Istanbuler Abkommen wurden die russischen Militärs im Jahre 2000 von dort abgezogen. 1999 wurde auf einem OSZE-Gipfel die Entscheidung getroffen, dass Russland seine Militärstützpunkte aus Georgien abziehen wird. Bis heute verblieben zwei russische Militärstützpunkte in Georgien: in Achalkalaki und Batumi.

 

Die Fristen des Abzuges der russischen Militärs wurden zum Stein des Anstoßes in den russisch-georgischen Beziehungen. Das russische Verteidigungsministerium meint, dass die Truppen frühestens in drei bis vier Jahren abgezogen werden können. Aber die georgische Seite besteht auf dem Abzug spätestens am 1. Januar 2008.

 

Im März 2005 schlug Abchasiens Präsident Sergej Bagapsch vor, die Militärstützpunkte, die Georgien loswerden will, in Abchasien zu stationieren.

 

Nach Meinung Iwaschows wird Russland ohnehin die Stützpunkte aus Georgien abziehen müssen.

 

„Ich hoffe auf die Vernunft der georgischen Führung", sagte er und betonte, dass die Führung Georgiens die Beziehungen mit Russland nicht zuspitzen, es aber planmäßig aus der Region verdrängen werde.

 

Indessen erklärte heute der Verteidigungsminister Georgiens, Irakli Okruaschwili, dass die Regierung bei der Bestimmung der Abzugsfristen für das russische Militär vom Territorium des Landes maximal liberal sein werde.

 

„Wir werden maximal liberal sein, um die Situation nicht zuzuspitzen und in letzter Konsequenz ein Abkommen zu erzielen", sagte er.

 

Zugleich erklärte Okruaschwili, wie die Agentur „Nowosti-Grusia" meldet, dass die georgische Seite ernsthafte Druckmittel gegen die russische Seite habe.

 

16.05.2005  RIA Nowosti

 

 USA wirken „besänftigend" in den Beziehungen zwischen Russland und Georgien

 

MOSKAU, Die amerikanische Seite spielte wiederholt eine konstruktive Rolle in den Beziehungen zwischen Russland und Georgien, indem sie besänftigend wirkte. Das erklärte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses der russischen Staatsduma, Konstantin Kossatschjow.

 

„Ich meine damit in erster Linie, dass sie die georgischen Emotionen besänftigten", sagte er, die Ergebnisse des Besuchs von George Bush in Tiflis am 10. Mai kommentierend.

 

Kossatschjow meint, dass Bushs Äußerung, dass die Frage der russischen Militärstützpunkte und die Konflikte um Abchasien und Nordossetien im Rahmen bilateraler Verhandlungen zwischen Russland und Georgien gelöst werden müssen, das Hauptergebnis des Besuchs des US-Präsidenten sei.

 

„Dass Präsident Bush konstatierte, die Fragen der Militärbasen und der Konflikte um Abchasien und Nordossetien müssen im bilateralen Kontext zwischen Russland und Georgien gelöst werden, ist für mich ein prinzipiell wichtiges Ergebnis des Besuches, erklärte Konstantin Kossatschjow.

 

11.05.2005  RIA Nowosti

 

 Am Boden der Welt

 

Von Detlef Hacke
 

Ukrainische Höhlenforscher haben das tiefste je entdeckte Loch der Erde erkundet: Mehr als zwei Kilometer weit kletterten sie in die abchasische Krubera-Höhle hinein.
 

Es ist ein feuchter, enger und kühler Ort, an dem Jurij Kasjan und sein Team Geschichte schreiben. Kaum zehn Meter hoch und ebenso breit ist die Felsenkammer in den Tiefen des abchasischen Arabika-Massivs. Feiner Sand bedeckt den Boden. Über den Köpfen der neun Abenteurer türmen sich mehr als zwei Kilometer Kalkgestein.
 

"Gra Skinchylas" - zu Deutsch "Das Spiel ist aus" - taufen die ukrainischen Höhlenforscher das Gewölbe. Von hier gibt es kein Weiterkommen. Doch sie haben das Ziel ja schon erreicht: Genau 2080 Meter unter dem Eingang der Krubera-Höhle im abchasischen Ortobalagan-Tal befinden sich die Kletterer - Weltrekord. Als erste Menschen sind sie mehr als zwei Kilometer tief in eine Höhle vorgestoßen.
 

Im Oktober vergangenen Jahres gelang den Forschern während einer 17-tägigen Tour de Force durch den Fels der Jahrhundertcoup, der erst jetzt bekannt wurde. "Ein Traum geht in Erfüllung", sagt Expeditionsleiter Alexander Klimtschuk vom Institut für Geologie der ukrainischen Wissenschaftsakademie in Kiew. "Seit 1956 in Frankreich die 1000-Meter-Marke unterschritten wurde, schwärmen Höhlenforscher davon, endlich auf 2000 Meter vorzudringen."
 

Der Erfolg ist das Ergebnis einer konzertierten Aktion, die Klimtschuk und seine Mitstreiter von der Ukrainischen Speläologen-Gesellschaft, der Vereinigung der Höhlenforscher, bereits seit fünf Jahren in die tiefsten Höhlen von Taurus und Kaukasus führt. Den "Ruf der Tiefe" nennen die Extremkletterer ihr von der US-amerikanischen National Geographic Society gesponsertes Projekt. "Diese Höhlen sind vergleichbar mit den Polen oder den höchsten Gipfeln der Erde", sagt Klimtschuk. "Die Leistung unseres Teams entspricht der Erstbesteigung des Mount Everest."
 

Tatsächlich sind Höhlen mit einer Tiefe von über 1000 Metern auf der Erde ähnlich rar gesät wie die 8000er unter den Bergen. Allein in Karstgebieten - Gebirgszügen, die fast ausschließlich aus Kalkstein bestehen - bilden sich derart ausgedehnte, vom Regenwasser geformte Höhlensysteme. In den französischen und österreichischen Alpen gibt es sie zum Beispiel, in Südmexiko, in einigen Gegenden Spaniens, in der Türkei und eben in Nordwestgeorgien.
 

Extrem durchlöchert ist das Arabika-Massiv in Abchasien. Steil abfallende Schächte und Schlote wäscht dort das Wasser in den leichtlöslichen Kalkstein, gräbt Gewölbe, sammelt sich in unterirdischen Senken, schießt schließlich aus Quellen am Fuß des Gebirgsmassivs wieder ans Tageslicht oder fließt unterseeisch in das Schwarze Meer (siehe Grafik).
 

Genau diesem Lauf des Wassers versuchen die Speläologen unter Tage zu folgen. Als entsprechend feuchtes und riskantes Vergnügen gilt die Begehung der Kalksteinhöhlen. "Unterkühlung ist die größte Gefahr", erläutert Klimtschuk. In der Krubera-Höhle etwa hätten die Forscher über Wochen bei Temperaturen von zwei bis acht Grad aushalten müssen. Eiskalte unterirdische Wasserfälle pladderten immer wieder auf sie nieder. Sogar überflutete Höhlenabschnitte waren zu durchtauchen.
 

Thermounterwäsche, wasserdichte Overalls, Trockentauchanzüge, Helme und Sicherungsgurte gehören zur Ausrüstung der Forscher, denen nach tagelanger Arbeit im Schein funzeliger Grubenlampen schließlich sogar das Gefühl für Tag und Nacht abhanden kommt. Allein Probleme mit dem Atmen haben die Speläologen nicht: Kalksteinhöhlen sind oft gut durchlüftet.
 

Entlang abfallenden Schächten von bis zu 150 Meter Tiefe seilten sich die Forscher hinab. Immer wieder mussten sie mit kleinen Sprengladungen Geröll aus dem Weg räumen. Enge Passagen, sogenannte Schluf-Stellen, galt es zu durchrobben. "Brustkompressoren" werden sie mitunter auch genannt, weil sie manches Mal nur mit eingezogenem Bauch und angehaltenem Atem zu meistern sind. "Leute mit Klaustrophobie haben dort unten definitiv nichts zu suchen", sagt Klimtschuk. Nur echter Teamgeist führe zum Erfolg, betont der Forscher: "Der Extremsport steht nicht im Vordergrund; wir sind Entdecker, die nur zusammen erfolgreich sein können."
 

Selbst wissenschaftliche Ergebnisse förderten die Kletterer schon zutage: Seltene Insekten sammelten sie beispielsweise in der Höhle. Die genaue Erkundung und Kartierung der Schründe und Schlote erlaube zudem einzigartige Rückschlüsse auf die Entstehung von Karstsystemen, sagt Klimtschuk.
 

Vor allem aber trieb die Höhlenforscher die Jagd nach dem Rekord voran - der allerdings gelang erst nach mehreren Anläufen. Bereits 1999 kraxelte ein Team von Extremcavern in der Krubera-Höhle 700 Meter in die Tiefe. Ab Mitte 2000 folgte Klimtschuks Team und schaffte im Januar 2001 mit 1710 Metern einen ersten Weltrekord.
 

Erst im vorigen Jahr konnten die Forscher endlich sogar die 2000-Meter-Marke knacken. Rund fünf Tonnen Ausrüstung schleppten sie mit ins Ortobalagan-Tal. Drei Kilometer Sicherungsseile verlegten sie nach und nach in der Krubera-Höhle. Vier Lager in 700, 1215, 1410 und 1640 Meter Tiefe richteten die Speläologen ein, komplett mit Zelten, Kochstelle und Telefonverbindung nach oben.
 

Dennoch scheiterte der Rekordversuch noch im August 2004 fast an einem zehn Meter tiefen Pool, der auf 1775 Meter Tiefe den Weg blockierte. Erst die Entdeckung eines engen Nebengangs, später "Weg zum Traum" getauft, brachte den Durchbruch: Am 19. Oktober ließ sich Klimtschuks Kletterkollege Kasjan einen letzten steilen Karstschacht hinabgleiten. Nur 170 Meter über dem Meeresspiegel endete - vorerst - die Expedition zum "Boden der Welt".
 

"Wir sind erstaunlich weit nach unten gekommen", kommentiert Klimtschuk den Erfolg, "aber es gibt die Möglichkeit, noch tiefer zu gelangen." Denn im porösen Sockel des Arabika-Massivs muss eigentlich das sogenannte Karst-Grundwasser stehen. "Diese wassergesättigte Zone haben wir noch nicht erreicht." Einige Dutzend Tiefenmeter, so glaubt Klimtschuk, dürften daher noch drin sein.
 

Wo sich das tiefste, je entdeckte natürliche Loch der Erde fortsetzen könnte, ahnt der Höhlenexperte auch schon. Bei der letzten Klettertour wagte einer der Forscher auf 1980 Metern den tiefsten Tauchgang aller Zeiten und durchschwamm einen überfluteten Höhlenabschnitt. Dahinter fand sich ein neuer, trockener Seitengang. Klimtschuk: "Dort werden wir weitermachen."

 

DER SPIEGEL 18/2005

 

 EU-Russland-Gipfel soll Beziehungen vertiefen

 

Beziehungen von neuer Qualität verspricht sich die EU-Kommission vom EU-Russland-Gipfel am Dienstag kommender Woche in Moskau. Zentrales Thema des Treffens ist eine Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft, äußere und innere Sicherheit, Justiz, Bildung, Forschung und Kultur, wie die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel berichtete.

 

Die entsprechenden Verhandlungen stünden kurz vor dem Abschluss. Besprochen werden sollten in Moskau auch die Vorschläge der Kommission zur Unterstützung des wirtschaftlichen und sozialen Wiederaufbaus im nördlichen Kaukasus.Eine verstärkte Zusammenarbeit will die EU Russland bei der Lösung festgefahrener Konflikte wie in Transnistrien, Abchasien, Südossetien und Berg-Karabach anbieten. Zu den geplanten Vereinbarungen gehören laut Kommission eine Vereinfachung bei der Visa-Vergabe sowie Abmachungen über die Rückübernahme von illegal eingereisten Personen. Die EU erhofft sich eine Stärkung des Fremdenverkehrs und eine Erleichterung von Geschäftsreisen. Zumindest langfristig sollen die Bedingungen für einen gegenseitigen Verzicht auf Visa geprüft werden.

 

04.05.2005  russland.RU

 

 

 

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