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| Abchasien: Besuch des
EU-Beauftragten zeugt vom Interesse Brüssels an Beziehungen mit
Suchum |
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Suchum, Die
Abchasien-Visite des EU-Beauftragten für Südkaukasus, Peter Semneby,
zeugt davon, dass man in Brüssel an der Entwicklung der Beziehungen
mit Suchum interessiert ist, erklärte abchasischer Außenminister
Sergej Schamba am Mittwoch in einem Pressegespräch.
"Die Situation hat sich nach den Ereignissen vom
August vorigen Jahres geändert, und das reale Bild ist ganz anders.
Deshalb sollten sich die Seiten ihre Positionen neu überlegen und
die Beziehungen in allen Richtungen wieder bei Null anfangen",
betonte er. "Der Meinungsaustausch ist einer der wichtigen Aspekte
der Beziehungen. zurzeit präzisieren wir unsere Positionen und
suchen nach möglichen Berührungspunkten, die jede der beteiligten
Seiten akzeptabel findet."
Nach seinen Worten "wird immer wieder die Frage
von der Anwesenheit von EU-Militärbeobachtern auf dem Territorium
Abchasiens auf die Tagesordnung gesetzt, weil sie auf der
Tagesordnung der Europäischen Union steht." "Wir haben aber von
Anfang an gesagt, dass es sie hier nicht geben wird, weil ihr Mandat
nur in Georgien gültig ist. Sollten wir ihre Präsenz hier
akzeptieren, dann würde es bedeuten, dass wir unsere Zugehörigkeit
zu Georgien akzeptieren. Angesichts dessen erklärten wir, dass wir
in dieser Frage nicht kooperieren werden", so der Chefdiplomat. "Die
abchasische Seite ist bereit zur Kooperation mit der EU",
versicherte er, "allerdings direkt und nicht durch Georgien. Die EU
ist unser Schwarzmeer-Nachbar, und natürlich müssen wir gegenseitige
Beziehungen entwickeln."
"Wir nehmen zurzeit am Genfer Prozess teil, wo
auch die EU anwesend ist. Vertreter der EU-Beobachtermission
beteiligen sich an den fünfseitigen Treffen zur Vorbeugung
Zwischenfällen an der georgisch-abchasischen Grenze. Vorige Woche
wurden mögliche gemeinsame Aktionen zur Untersuchung von bestimmten
Fakten besprochen. Unsere Position besteht darin, dass die EU und
Georgien die Untersuchung auf der georgischen Seite führen, während
Abchasien gemeinsam mit Russland auf unserer Seite agiert. Die UNO
kann dabei als Moderator auftreten", so Schamba.
Er zeigte sich weiter überzeugt, "dass die EU
früher oder später begreift, dass man von der Realität ausgehen und
nicht immer wieder von der Anerkennung der territorialen Einheit
Georgiens reden sollte."
29.07.2009
Russland.ru
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| Gros
der EU-Staaten gegen US-Beobachter in
Georgien-Mission |
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Brüssel, Die meisten EU-Staaten sind
gegen eine Beteiligung der USA an der europäischen Beobachtermission
EUMM in Georgien. Das erfuhr RIA Novosti aus diplomatischen Kreisen
in Brüssel.
Der Quelle zufolge sind allen voran Frankreich,
Italien, Belgien und Zypern der Meinung, dass die EUMM eine rein
europäische Mission bleiben müsse, und dass die Beteiligung
amerikanischer oder türkischer Beobachter zu neuen Spannungen im
Kaukasus führen könnte. Großbritannien, die Niederlande, Tschechien
und die baltischen Staaten hingegen stimmen einer amerikanischen
Beteiligung am Beobachtereinsatz zu, so die Quelle.
Die Außenminister der 27 EU-Staaten hatten am
vergangenen Montag für eine einjährige Verlängerung der
Beobachtermission in Georgien bis zum 14. September 2010 gestimmt.
Zudem wurde beschlossen, nach den Sommerferien über den Anschluss
dritter Staaten an die Mission nachzudenken. Bevor diese
Entscheidung fällt, muss sie von allen Mitgliedstaaten unterstützt
werden. Der georgische Parlamentschef David Bakradse sprach indes
die Hoffnung aus, dass die EU der Teilnahme der amerikanischen
Beobachter zustimme.
29.07.2009 RIA
Novosti
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| Ukraine rüstet Georgien ungeachtet Moskaus
Mahnungen auf |
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Moskau, Die Ukraine gibt zu, dass sie
weiterhin Waffen an Georgien liefert und russische Beamte beeilen
sich nicht, den im Januar herausgegebenen Erlass des Präsidenten
Dmitri Medwedew zu erfüllen, laut dem Sanktionen gegen solche
Waffenlieferanten verhängt werden sollen.
Das schreibt die russische Zeitung "Wedomosti"
am Mittwoch.
Südossetiens Präsident Eduard Kokoity teilte am
Montag mit, dass die USA, die Ukraine und Israel Georgien weiterhin
aufrüsten. Die Ukraine verhehlt das nicht. Anfang Juli
veröffentlichte die ukrainische Zeitung "Segodnja" ein Interview mit
Sergej Bondartschuk, Generaldirektor vom ukrainischen
Waffenexportunternehmen, in dem er sagte, dass die zuvor mit
Georgien geschlossenen Verträge über Waffenlieferungen nach wie vor
erfüllt werden.
Der Erlass von Präsident Medwedew ermöglicht es,
die militärtechnische Zusammenarbeit mit Ländern und Unternehmen zu
verbieten, die Waffen aus sowjetischer und russischer Produktion an
Georgien liefern. Die Föderale Behörde für militär-technische
Zusammenarbeit hat sie zu bestimmen und die Vorschläge über
Sanktionen an die Regierung zu richten.
Auf die Frage von "Wedomosti", ob die Behörde
von den Äußerungen Bondartschuks wisse und ob es eine Entscheidung
gebe, irgendwelche Sanktionen gegen Ukrspezexport zu verhängen, gab
sie im Laufe von zwei Wochen keine Antwort.
Bei Ukrspezexport weigerte man sich, das zu
kommentieren.
Nach Worten des Managers eines der Betriebe der
russischen Verteidigungsindustrie gibt es keine Sanktionen gegen
Ukrspezexport, das Unternehmen arbeitet weiter aktiv mit russischen
Partnern.
"Nach dem Krieg im August des vorigen Jahres
scheuen sich westliche Lieferanten, Waffen an Georgien zu verkaufen,
ungeachtet der Bitten seines Präsidenten Michail Saakaschwili ",
sagte Michail Barabanow, wissenschaftlicher Redakteur des Magazins
"Waffenexport".
"Aber die Ukraine lieferte tatsächlich Waffen
auch nach dem Krieg in Erfüllung der Anfang 2008 unterzeichneten
Verträge. Es geht um 20 Panzer T-72B sowie wahrscheinlich um einige
Dutzend Schützenpanzerwagen 70DI und Panzerabwehrraketen
Kombat.
Die Türkei lieferte nach einem noch vor dem
Krieg geschlossenen Vertrag bis zu 70 Schützenpanzerwagen Ejder an
Georgien", führte der Experte aus.
"Die Sanktionen gegen die Ukraine wegen der
Waffenlieferungen sind kaum wahrscheinlich. Sie werden auch
keinesfalls gegen den Betrieb ‚Motor sitsch' in Saporoschje, dem
derzeit unersetzbaren Monopolisten bei den Lieferungen von
Triebwerken für russische Hubschrauber, verhängt", sagte Ruslan
Puchow, Direktor des Zentrums für die Analyse von Strategien und
Technologien.
Nach Worten Wjatscheslaw Boguslajews, des
Vorsitzenden des Aufsichtsrates von "Motor sitsch", hat der Betrieb
keine Militärtechnik an Georgien geliefert und auch nicht die
Absicht, dies in den nächsten 20 Jahren zu tun.
Die Sanktionen Russlands gegen die
Waffenlieferanten an Georgien hält er für richtig.
29.07.2009 RIA
Novosti
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| Wortgefechte in der UNO: Russland warnt Georgien
vor Kriegshysterie |
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UNO / New York, Georgiens Führung
denkt in den Kategorien der Schürung einer militärischen und einer
politischen Hysterie. Diese Meinung äußerte Russlands UN-Botschafter
Vitali Tschurkin am Dienstag in einer Sitzung der
UN-Vollversammlung.
Damit erwiderte er die Anschuldigungen des
georgischen Amtskollegen Alexander Lomaja, der zuvor Russland die
gesetzwidrige Okkupation georgischer Gebiete und ethnische
Säuberungen vorgeworfen hatte.
Indem Russland den georgischen Angriff auf
Südossetien im August des Vorjahres stoppte, "hat es Leben, Ehre und
Würde der Völker Abchasiens und Südossetiens wie auch anderer Völker
des Kaukasus gerettet", betonte Tschurkin.
"Generell gesehen hat Russland damit auch
Georgien und dem georgischen Volk eine Chance geboten, normale
Beziehungen mit den Nachbarn herzustellen", sagte der russische
Diplomat. "Leider sehen wir in den bisherigen Handlungen Georgiens
an der Grenze zu Abchasien und Südossetien sowie im politischen und
diplomatischen Vorgehen Tiflis', dass Georgien weiterhin nicht in
den Kategorien des Friedens, sondern in den Kategorien der Schürung
einer politischen und militärischen Hysterie denkt."
Die Äußerungen von Lomaja bewertete er als
"ungerechtfertigt und unkonstruktiv". Nach Tschurkins Ansicht führen
sie in keiner Weise zur Lösung der Kaukasus-Konflikte. "Im
Gegenteil: Sie führen die ohnehin aussichtslose Politik von
Präsident Saakaschwili in Bezug auf Abchasien und Südossetien noch
tiefer in eine Sackgasse."
Tschurkin verwies darauf, dass Russland bei der
Abwehr des Angriffes Georgiens gemäß des Artikels 51 der UN-Charta
gehandelt und sein Recht auf Selbstverteidigung genutzt
hat.
Der russische Diplomat zog eine Parallele zu den
Ereignissen in den 90er Jahre auf dem Balkan und verwies unter
anderem auf die Untätigkeit der UN-Friedenstruppen bei den
ethnischen Säuberungsaktionen in Srebrenica. "Wir konnten die Sünde
eines zweiten Srebrenica nicht auf uns nehmen. Das wäre aber
geschehen, hätten wir dem wahnwitzigen Verbrechen des georgischen
Regimes untätig zugeschaut."
Russland hoffe weiterhin darauf, dass die
internationalen Justizorgane den völker- und den strafrechtlichen
Aspekt des Vorgehens der georgischen Machthaber beurteilen
werden.
29.07.2009 RIA
Novosti
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| Abchasien: Treffen zu
abchasisch-georgischen Grenzfragen verschoben |
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Gal, Wegen schlechter Wetterverhältnisse
wird das heutige fünfseitige Treffen zu Fragen der Verhinderung bzw.
Untersuchung von Zwischenfällen an der abchasisch-georgischen Grenze
auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.
Das Treffen hätte um 11.00 Uhr Moskauer Zeit auf
dem Gelände der ehemaligen UNO-Mission im abchasischen Gal
stattfinden sollen. Dennoch waren die georgische Delegation und der
Sonderbeauftragte des UN-Generalsekretärs Johan Verbeke wegen
schlechten Wetters gezwungen, aus Tbilissi nach Batumi und von dort
aus nach Sugdidi (Westgeorgien) zu fliegen, von wo sie bereits mit
Landtransport nach Gal gebracht werden sollen.
28.07.2009
Russland.ru
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| Abchasien: Zweites Treffen
zur Verhinderung von Zwischenfällen an der Grenze zu
Georgien |
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Gal, Auf dem
Gelände der ehemaligen UNO-Mission im abchasischen Gal findet heute
das zweite fünfseitige Treffen zu Fragen der Verhinderung bzw.
Untersuchung von Zwischenfällen an der Grenze zu Georgien
statt.
Wie der stellvertretende Außenminister
Abchasiens, Maxim Gundschija, mitteilte, stehen auf der Tagesordnung
des Treffens Maßnahmen zur Verhinderung der Zuspitzung der
Spannungen im georgisch-abchasischen Konfliktraum.
Das Treffen wird unter Vorsitz des
Sonderbeauftragten des UN-Generalsekretärs Johan Verbeke verlaufen.
Die abchasische Delegation wird vom bevollmächtigen Vertreter des
Präsidenten im Gal-Kreis Ruslan Kischmarija, die georgische - vom
Chef des Informationsamts des Innenministeriums Schota Utiaschwili
geleitet. Unter anderem nehmen am Treffen Vertreter der EU, die die
Sicherheitssituation in Georgien überwachen, sowie der Botschaft der
Russischen Föderation in Abchasien und der Grenzschutzverwaltung des
Föderalen Sicherheitsdienstes Russlands in der Republik Abchasien
teil.
Das erste fünfseitige Treffen hatte am 14. Juli
in Gal stattgefunden, bei welchem rein technische Fragen zur Sprache
gekommen waren. Es wurde vereinbart, diese Treffen alle zwei Wochen
durchzuführen.
28.07.2009
Russland.ru
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| EU verlängert
Beobachtereinsatz in Georgien |
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Brüssel, Die Außenminister der 27
EU-Staaten haben am Montag für eine einjährige Verlängerung der
Beobachtermission in Georgien bis zum 14. September 2010
gestimmt.
Dabei verwies der EU-Rat darauf, dass das Mandat
der Mission für ganz Georgien gelte, und forderte freien Zugang für
die Beobachter nach Abchasien und Südossetien. Die Minister äußerten
ihr Bedauern, dass die UN- und OSZE-Beobachter ihren Einsatz beenden
mussten, und bezeichneten die EU-Mission als einen wichtigen
Stabilitätsfaktor in der Region. Zudem sprachen sie den
Konsultationen zu Transkaukasien in Genf und der Souveränität und
territorialen Einheit Georgiens ihre Unterstützung aus.
Rund 200 Beobachter aus 22 EU-Staaten waren nach
dem Südossetien-Krieg am 1. Oktober 2008 in Georgien
eingesetzt worden. Zu den Republiken Abchasien und Südossetien haben
sie jedoch keinen Zutritt. Die Vereinten Nationen und die
Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE)
haben ihre Beobachtermissionen in Georgien in diesem Jahr
beendet.
27.07.2009 RIA
Novosti
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| EU-Außenminister besprechen
Mandat von Beobachtermission in Georgien |
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Brüssel, Die Außenminister der 27
EU-Mitgliedsländer treten am Montag in Brüssel zu einer
Sondersitzung zusammen, wo sie eine Entscheidung über die
Verlängerung des Mandats der Beobachtermission der Europäischen
Union in Georgien bis Herbst 2010 zu treffen haben.
Die EU-Monitoringkommission in Georgien hatte
die Arbeit offiziell am 1. Oktober 2008 nach dem Krieg im August
2008 aufgenommen.
Der Mission gehörten etwa 200 Beobachter aus 22
EU-Ländern an.
Russland und die von ihm anerkannten Republiken
Abchasien und Südossetien halten die Präsenz der EU-Beobachter auf
ihrem Territorium nicht für möglich.
Die Missionen der UNO und der OSZE (Organisation
für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) schlossen in diesem
Jahr ihre Arbeit in Georgien ab.
Somit ist die EU die einzige Organisation, deren
Beobachter sich auf georgischem Territorium in den Zonen befinden,
die an Südossetien und Abchasien grenzen.
Politologen schließen nicht aus, dass die
Außenminister der EU-Länder die Möglichkeit der Beteiligung von
amerikanischen Beobachtern an der Mission prüfen könnten.
Der georgische Parlamentsvorsitzende Dawid
Bakradse hatte zuvor die Hoffnung zum Ausdruck gebracht, dass diese
Frage positiv gelöst wird.
Russlands Vizeaußenminister Grigori Karassin
sagte seinerseits am vergangenen Freitag in Brüssel: „Wenn die
Absichten tatsächlich bestehen, so müssen diesbezügliche Gespräche
dann schon nicht mehr mit Georgiern und georgischen Journalisten,
sondern mit Vertretern der USA und der Europäischen Union geführt
werden“.
Die Außenminister der EU-Länder werden auch
einen offiziellen Antrag Islands über die Mitgliedschaft in dieser
regionalen Organisation besprechen, den Reykjavik in voriger Woche
eingereicht hatte. Dazu wird „grünes Licht“ erwartet.
Außerdem werden die Minister die EU-Operation
„Atalanta“ zum Kampf gegen die Piraten an der somalischen Küste
besprechen.
In diesem Zusammenhang ist es nicht
ausgeschlossen, dass es auch um den russischen Vorschlag für eine
effektivere Bekämpfung der „Korsaren des 21. Jahrhunderts“ gehen
wird, die Handlungen zwischen Kriegsschiffen zu koordinieren, die an
der internationalen Operation zum Kampf gegen die Piraterie im Golf
von Aden teilnehmen.
Andere Themen auf der Sitzung des EU-Rates für
Außenbeziehungen werden die vorgezogenen Parlamentswahlen in
Moldawien, die Situation in Weißrussland und im Iran sein, berichtet
der Pressedienst des EU-Rates.
27.07.2009 RIA
Novosti
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| Waffenlieferungen an
Georgien: Russland droht mit Sanktionen |
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Moskau, Russland will Sanktionen gegen
ausländische Firmen verhängen, die Georgien mit Waffen beliefern.
Ein entsprechendes Dekret von Präsident Dmitri Medwedew lasse "keine
Ausnahmen" zu, sagte der russische NATO-Botschafter Dmitri Rogosin
am Freitag dem Radiosender.
"Sollte sich herausstellen, dass eine
Lieferfirma - egal ob aus der Arktis oder aus Amerika - in die
Lieferung von Angriffswaffen verwickelt ist, wird dieses Dekret auf
sie angewandt", sagte Rogosin demnach.
Bereits am Donnerstag hatte Vizeaußenminister
Grigori Karassin "konkrete Maßnahmen" zum Stopp der Wiederbewaffnung
Georgiens angekündigt. Hintergrund war ein Besuch von
US-Vizepräsident Joe Biden in Tiflis. Während die USA eng mit
Georgien zusammenarbeiten und einen NATO-Beitritt des Landes
fördern, will Moskau eine immer stärkere Loslösung früherer
Sowjetrepubliken von Russland verhindern. Vor knapp einem Jahr
hatten Russland und Georgien um Südossetien und Abchasien gekämpft.
Dabei war ein Großteil des georgischen Waffenarsenals zerstört
worden. Beide Seiten stimmten schließlich einem von der EU
vermittelten Waffenstillstand zu.
25.07.2009
Russland.ru
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| Abchasien und Ossetien zum Biden-Besuch in
Tiflis |
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Zchinwal/Suchum, Nach dem Besuch
des US-Vizepräsidenten John Biden in Georgien, kommentieren die
Präsidenten der ehemals georgischen Regionen Abchasien und
Südossetien den Besuch. Der abchasische Präsident Bagapsch
versichert, Abchasien teile die US-Werte von Freiheit und Demokratie
und wolle Kooperation.
In Abchasien werde Freiheit und Demokratie, von
deren Bedeutung für die Kaukasus-Region John Biden in Tiflis gesprochen
habe, täglich praktiziert. Es gebe eine Zivilgesellschaft, eine
unabhängige Presse und Wahlen, deren Ergebnisse nicht vom Willen
"einer Regierung" abhängen, sagt Sergej Bagapsch in einer jetzt
verbreiteten Presseerklärung.
Demgegenüber habe Georgien seinen demokratischen
Anspruch nicht erfüllt, kritisiert Bagapsch. Georgien habe seine
Nachbarn bedroht und die Freiheit der Bürger im Lande selbst
zerstört.
Sicherheit und gute Nachbarschaft auf Basis
gemeinsamer Werte - und Anerkennung der
Unabhängigkeit
Wenn Georgien anerkennen würde, dass Abchasien
nie wieder Teil Georgiens werden könne, versichert Bagapsch, sei
Abchasien bereit, auf der Basis gemeinsamer Werte beim Aufbau einer
guten Nachbarschaft mitzuwirken, die Sicherheit und Prosperität für
beide Länder entwickelt.
Auch Eduard
Kokoity, Präsident der Republik Südossetien versichert, die
Südosseten wollten nichts, als ihre Kinder ohne die alltägliche
Sorge darüber zu erziehen, was ein rücksichtsloser georgischer
Präsident mit Hilfe des US-Arsenals unternehmen könnte.
"Das mächtigste
Land der Welt unterstützt weiterhin den unverantwortlichsten Politiker in
unserer Region", kritisiert Eduard Kokoity.
24.07.2009
Russland.ru
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| Lawrow
hält Anerkennung Abchasiens und Südossetiens durch USA nicht für
unmöglich |
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Hanoi, Russlands Außenminister Sergej
Lawrow hält die Anerkennung der Unabhängigkeit Abchasiens und
Südossetiens durch die USA nicht für unmöglich.
"Never say never", kommentierte Lawrow am
Freitag in Hanoi die jüngste Äußerung von US-Vizepräsident Joe
Biden, nach der die Vereinigten Staaten die Unabhängigkeit der
beiden Regionen nie anerkennen werden. "Ich denke, dass die
Amerikaner ihr eigenes uraltes Prinzip etwas vergessen haben." Die
Realität bleibe Realität. Daran sei nicht zu rütteln.
"Die US-Führung hätte früher darüber nachdenken
sollen, wie sie ihre Kontakte zu Georgien gestalten sollte. Man
hätte den Einfluss voll und ganz zur Geltung bringen sollen, die
Washington auf Tiflis hatte, um in Georgien einen normalen Staat
aufzubauen und nicht Saakaschwili Abenteurertum zu schüren." Lawrow
rief die Amerikaner auch auf, gewaltige Probleme um die Einhaltung
der Menschenrechte und die Demokratie in Georgien nicht zu
verschweigen.
24.07.2009 RIA
Novosti
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| Lawrow: Abchasiens und Südossetiens Souveränität
ist Realität |
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Die Souveränität Abchasiens und Südossetiens
sollte als aktuelle Realität betrachtet werden, sagte russischer
Außenminister Sergej Lawrow am Freitag in Hanoi, wo er nach der
Teilnahme an einem ASEAN-Gipfel eingetroffen ist.
So kommentierte er die jüngste Erklärung des
US-Vizepräsidenten Joe Biden in Tiflis, die USA würden Abchasien und
Südossetien nie als unabhängige Staaten anerkennen sowie die ganze
Weltgemeinschaft dazu aufrufen.
"Realität ist eben Realität, und die Amerikaner
haben keine andere Wahl. Sie hätten daran früher, während ihrer
Arbeit mit Georgien, denken müssen, das damals auf die USA gesetzt
hatte", so der Chefdiplomat.
24.07.2009
Russland.ru
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| Rogosin: Russland muss Abchasien und Südossetien
vor Aggression schützen |
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Moskau, Russland hat laut seinem
Nato-Botschafter Dmitri Rogosin das Recht, Abchasien und Südossetien
bei Bedarf mit Waffen zu versorgen, damit sich diese sich vor
erneuten Aggressionen schützen können.
Russland müsse seine Nachbarn vor dem Staat
schützen, der bereits mehrmals bewaffnete Aggressionen unternommen
habe, sagte Rogosin am Freitag dem Radiosender „Echo Moskaus“. Dabei
verwies er darauf, dass Georgien bereits sieben bewaffnete Konflikte
gegen seine Nachbarn ausgelöst habe.
24.07.2009 RIA
Novosti
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| Nato-Beitritt Georgiens in den alten Grenzen
unmöglich - russischer Nato-Botschafter |
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Moskau, Laut dem russischen
Nato-Botschafter Dmitri Rogosin ist ein Beitritt Georgiens zur
Allianz unter den gegenwärtigen politischen Bedingungen
unmöglich.
"Wenn jetzt über die Mitgliedschaft Georgiens in
der Nato entschieden werden sollte, so müssten Georgien in seinen
heutigen Grenzen, die es Saakaschwili zu verdanken hat, plus
Abchasien und Südossetien sowie unsere Militärstützpunkte wie auch
Eduard Kokoity, Sergej Bagapsch und unsere Botschafter etc. in die
Allianz aufgenommen werden. Das wäre absurd", sagte Rogosin am
Freitag in einem Live-Interview mit dem Radiosender "Echo
Moskwy".
Oder sollte Georgien in anderen, neuen Grenzen
in die Nato aufgenommen werden, müssten diese Grenzen dann anerkannt
werden, sagte der Diplomat.
Er nahm damit Stellung zu der Aussage von
US-Vizepräsident Joseph Biden, Georgien habe eine Perspektive des
Nato-Beitritts, was eine der außenpolitischen Prioritäten der
georgischen Behörden sei.
"Georgien wird möglicherweise einmal der Nato
beitreten, wenn die Nato selbst zu diesem Zeitpunkt noch existieren
wird", so Rogosin. Bidens Äußerungen seien lediglich "eine
Möglichkeitsfeststellung" gewesen.
Rogosin merkte auch an, er glaube nicht an die
Perspektive des Beitritts von Georgien zur Allianz "zumindest nicht
in den nächstens 15 bis 20 Jahren". Der Nato-Botschafter verwies auf
die Gefährlichkeit der andauernden Militarisierung des Landes.
"Was die Militarisierung Georgiens betrifft, so
ist das gefährlich. Wir wissen nämlich nur zu gut, welches Ende es
nehmen kann. Georgien hat in den... zurückliegenden vier Jahren an
erster Stelle unter den Ländern der Welt beim Militarisierungsniveau
gelegen. Und diese Militarisierung geht weiter", sagte der russische
Diplomat.
24.07.2009 RIA
Novosti
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| USA
schließen Möglichkeit von Waffenlieferungen an Georgien nicht
aus |
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Moskau, Die USA schließen die Möglichkeit
von Waffenlieferungen an Georgien, das der Nato beizutreten wünscht,
nicht aus.
Das teilt die Nachrichtenagentur France Presse
unter Hinweis auf eine Erklärung des Vertreters des
US-Außenministeriums, Philip Crowley, mit.
„Wie Sie wissen, ist eine der Hauptbedingungen
für den Nato-Beitritt das Vorhandensein von Waffen, die den
Standards der Allianz entsprechen, sowie der Beitrag des Landes zur
Aufstockung der militärischen Stärke der Nato“, sagte
Crowley.
Ihm zufolge wird die Entscheidung über mögliche
militärische Hilfe für Georgien die Beziehungen zu Russland nicht
beeinflussen.
„Ich bin sicher, dass wir den politischen Dialog
mit Russland zu diesen Problemen fortsetzen werden“, unterstrich
er.
Wie zuvor mitgeteilt worden war, sagte
US-Vizepräsident Joe Biden, der zu einem offiziellen Besuch in
Georgien eingetroffen war, dass die Vereinigten Staaten an der
„Aufrechterhaltung der georgischen Armee in einem arbeitsfähigen
Zustand“ arbeiten.
Aber nach seinen Worten beschränken sich die
Handlungen der USA nur auf die Planung, die Ausbildung und die
Organisation.
Biden bestätigte auch die Absicht Washingtons,
die Pläne von Tiflis für den Nato-Beitritt zu
unterstützen.
Die USA und Georgien unterzeichneten am 9.
Januar 2009 eine Charta über strategische Partnerschaft, in deren
Rahmen sie unter anderem auch über Zusammenarbeit im
Sicherheitsbereich übereinkamen.
In der Charta geht es unter anderem um die
Absicht der beiden Länder, sich um eine Vergrößerung des Potenzials
Georgiens zu bemühen sowie um die Ausarbeitung eines strukturierten
Plans zu einer stärkeren operativen Wechselwirkung zwischen der Nato
und Georgien.
Wie die amerikanische Zeitung „Washington Post“
zuvor mitgeteilt hatte, rief Georgiens Präsident Michail
Saakaschwili die USA auf, einen Komplex von Defensivwaffen zum
Schutz gegen einen möglichen Angriff durch Russland an die Republik
zu liefern.
24.07.2009 RIA
Novosti
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| Für Weißrussland
sind Abchasien und Südossetien georgisches Gebiet - "RBK
Daily" |
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Moskau/Minsk, Alexander
Lukaschenkos Regime hat das Lavieren zwischen dem Westen und
Russland aufgegeben, schreibt die Zeitung "RBK Daily" am
Freitag.
Das Blatt führt auch Beweise dafür an:
Weißrussland hat die Souveränität Georgiens über Abchasien und
Südossetien faktisch anerkannt, die russische Ölleitung gesperrt und
vor kurzem die Tagung der Organisation des Vertrags über kollektive
Sicherheit (OVKS) torpediert.
Das liegt nicht einmal an der Person des
Präsidenten, denn die weißrussische Elite unterstützt Lukaschenko
und seine Politik voll und ganz. Wenn Russland zugibt, dass es jetzt
in Minsk keine pro-russischen Kräfte gibt, und in seinen Beziehungen
zur Republik zu normalen Marktmechanismen übergeht, verliert es
nichts außer der Notwendigkeit, ein für Russland nutzloses Regime
auszuhalten.
Weißrusslands Bürger dürften in Abchasien und
Südossetien "ausschließlich mit Genehmigung der georgischen Behörden
von Sugdidi und Gori" einreisen, erklärte Alexander Lukaschewitsch,
Vize-Chef der Konsularverwaltung des weißrussischen
Außenministeriums.
Der Diplomat verweist die Weißrussen auf die
Notwendigkeit, "sich von den Bestimmungen der georgischen
Gesetzgebung leiten zu lassen", wenn sie Reisen nach Suchum und
Zchinwal planen würden. Der Pressedienst des weißrussischen
Außenministeriums weigerte sich, Lukaschewitschs Worte zu
desavouieren, und bestätigte "RBK Daily" gegenüber, dass sie die
offizielle Position von Minsk widerspiegelten.
Die russische Seite enthält sich offizieller
Einschätzungen der entstandenen Situation. Aus Kreisen des
russischen Außenministeriums wurde der Zeitung mitgeteilt, dass
durch die faktische Anerkennung der Souveränität Georgiens über
Abchasien und Südossetien "Lukaschenko den Rahmen gesprengt hat und
jetzt nicht mehr als Verbündeter gelten kann, nicht einmal als ein
unzuverlässiger".
Andrej Susdalzew, stellvertretender Dekan der
Fakultät für Weltwirtschaft und Weltpolitik an der Moskauer
Wirtschaftshochschule, meint, es sei schade, dass Moskau das erst
jetzt bemerkt habe. Seiner Ansicht nach spiele "das
Lukaschenko-Regime schon seit langem und mit Erfolg die Rolle eines
Trojanischen Pferdes von Saakaschwili, indem es in Russland die
Interessen von Tiflis und der hinter diesem stehenden Kräften
vertritt".
Unterdessen versichert Alexander Lukaschenko wie
gewohnt alle seiner Liebe zu Russland. Der Politologe Wassili
Scharkow meint jedoch, dass Lukaschenkos Worte weder in Moskau noch
in Minsk Glauben fänden.
"Die heutigen Probleme liegen in Lukaschenkos
Persönlichkeit", sagt der Experte überzeugt. "Eine traurige Tatsache
muss zugegeben werden: Die weißrussische politische Klasse
unterstützt die Russland-Politik ihres Präsidenten voll und ganz."
In Minsk gebe es Kräfte, die für, und Kräfte, die gegen Lukaschenko
sind, aber pro-russische Kräfte bestünden in der Republik
nicht.
Der einzige Ausweg aus der Situation liegt nun
darin, die Sonderbeziehungen zu Weißrussland aufzugeben und in die
normalen marktwirtschaftlichen Bahnen zu lenken. Das Geld, das Minsk
vom IWF erhalten hat, wird sowieso nicht reichen. Weißrussland
braucht gegenwärtig Russland weit mehr als Russland diese Republik.
Moskau sollte nur diesen Gedanken zu Ende denken und der Erpressung
durch Minsk nicht mehr nachgeben.
24.07.2009 RIA
Novosti
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| Abchasiens Präsident:
Militärvertrag mit Russland bald unter Dach und
Fach |
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Suchum, Der Vertrag über Freundschaft,
Kooperation und gegenseitige Hilfe zwischen Russland und Abchasien
ist das Fundament für die Entwicklung von vollwertigen bilateralen
Beziehungen, sagte abchasischer Präsident Sergej Bagapsch am
Donnerstag in einem Interview für die staatliche Nachrichtenagentur
dieses Landes, "Apsnypress".
Dank dieses Dokuments haben die Seiten die
Möglichkeit, "unser Zusammenwirken auf sämtlichen Gebieten, darunter
im Sicherheitsbereich, rechtlich auszubauen", stellte er zufrieden
fest.
"Russlands Garantien, die aus diesem Vertrag und
künftigen Vereinbarungen hervorgehen, sind sehr hoch", unterstrich
der Staatschef. "Die andere Frage ist, dass auch bei solchen
Garantien unser Staat aus eigener Kraft für seine Sicherheit sorgen
muss. Wir müssen eine effektive nationale Armee haben und stärken.
Jede Hilfe ist gut, aber niemand außer uns ist verpflichtet, den
abchasischen Staat zu beschützen."
Gleichzeitig informierte Bagapsch, dass die
Arbeit am russisch-abchasischen Vertrag über Militärkooperation die
Abschlussphase erreicht habe. "Damit befassen sich russische und
abchasische Experten. Unsere Bemerkungen und Initiativen wurden
bereits Moskau vorgelegt. Nächste Woche erwarten wir in Abchasien
unsere russischen Kollegen, um die Abschlussberatungen zu führen",
so der Präsident.
23.07.2009
Russland.ru
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| Biden verspricht: Neustart
mit Russland nicht auf Kosten Georgiens |
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Tiflis, Während US-Vizepräsident Joe
Biden die künftige Anerkennung Abchasiens und Südossetien völlig
ausschließt, sieht sich Moskau in seiner Haltung zu den beiden
Republiken bestätigt.
„Mein Georgien-Besuch findet bewusst nach der
Moskau-Reise von Barack Obama statt. Das ist eine Antwort auf die
Behauptungen, dass die Beziehungen zwischen Russland und den USA auf
Kosten der territorialen Integrität Georgiens neu gestartet werden.
Das stimmt nicht“, sagte Biden am Donnerstag vor dem georgischen
Parlament.
„Ich kann genau sagen: Wir werden die
Unabhängigkeit Südossetiens und Abchasiens niemals anerkennen. Wir
rufen Russland auf, unsere Entscheidung und die Entscheidung der
internationalen Gemeinschaft zu beachten, seine Truppen
zurückzuziehen und das Waffenruheabkommen einzuhalten“, hieß
es.
Russlands Vizeaußenminister Grigori Karassin
sagte unterdessen am Donnerstag: „Wir flehen keinen an, wir bitten
nicht, Abchasien und Südossetien um jeden Preis anzuerkennen. Wenn
Länder dazu nicht bereit sind, ist das ihre Wahl… In einiger Zeit
wird das Leben jedoch zeigen, dass die zwei neuen Staaten im
Südkaukasus internationale Anerkennung und Unterstützung
brauchen“.
Die Republiken Abchasien und Südossetien hätten
ihre Lebensfähigkeit bewiesen. Die Menschen in Abchasien und
Südossetien fühlen sich laut Karassin heute sicherer als in den
letzten 10 bis 15 Jahren.
23.07.2009 RIA
Novosti
|
| Georgien bereitet neue
Provokation gegen Zchinwal vor - russischer
Vize-Außenminister |
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Moskau, Zum Jahrestag des August-Krieges
in Südossetien bereitet sich Tiflis dem russischen Staatssekretär
und Vize-Außenminister Grigori Karassin zufolge auf einen neuen
„Friedensmarsch“ gegen Zchinwal vor.
„ Wir haben aus unseren Erfahrungen gelernt, dass
jegliche Gedanken der georgischen Behörden immer gefährlich sind, -
sei es der so genannte Friedensmarsch gegen Zchinwal, die
Einrichtung patriotischer Jugendlager an den Grenzen zu Südossetien
und Abchasien oder andere derartige Aktionen. Sie (die georgischen
Behörden) wollen einfach eine neue Version des ‚Friedensmarsches’
schaffen und haben dies auch wiederholt angekündigt“, sagte Karassin
am Donnerstag zu RIA Novosti.
Georgien hatte nicht nur einmal Kundgebungen und
Manifestationen veranstaltet, um die Situation in der unmittelbaren
Nähe zu Südossetien zu verschärfen. Am 23. November 1989 hatten rund
40.000 radikal gesinnte junge Leute und Mitglieder der radikalen
nationalistischen Partien mit dem damaligen Präsidenten Swiad
Gamsachurdija an der Spitze versucht, mit Autos und Bussen nach
Zchinwal einzudringen und dort eine provokatorische Kundgebung
durchzuführen. Eine der Losungen der Extremisten lautete: „Georgien
für die Georgier“. Dieses Ereignis war einer der Auslöser des
georgisch-ossetischen Krieges von 1991-1992.
Im September 2007 hatte Georgien den so
genannten „Friedensmarsch“ gegen Zchinwal geplant. In den georgisch
bewohnten Enklaven Südossetiens und im Grenzgebiet hatten sich große
Ansammlungen von Menschen, meist Jugendlichen, gebildet, die nach
Zchinwal fahren wollten. Doch die Organisatoren der Aktion
verzichteten auf ihre Pläne. Nach Einschätzung des russischen
Außenministeriums hatte die Aktion, die zeitlich mit dem ossetischen
Volkskongress am 18. und 19. September 2007 zusammenfallen sollte,
offensichtlich zum Ziel, Auseinandersetzungen zwischen den
Marschteilnehmern und der südossetischen Bevölkerung
heraufzubeschwören.
In der Nacht zum 8. August 2008 hatte die
georgische Armee Südossetien überfallen und dessen Hauptstadt
Zchinwal teilweise zerstört. Russland schickte zum Schutz der
südossetischen Einwohner, von denen viele die russische
Staatsbürgerschaft haben, seine Truppen in die Region. Nach
fünftägigen Kampfhandlungen wurden die georgischen Militärs aus
Südossetien verdrängt.
Russland erkannte Ende August 2008 Südossetien
und Abchasien als unabhängige Staaten an. Daraufhin hat Tiflis die
diplomatischen Beziehungen zu Moskau abgebrochen und die beiden
Kaukasusrepubliken zu besetzten Territorien erklärt.
23.07.2009 RIA
Novosti
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| Diskussion über US-Teilnahme
an EU-Mission in Georgien unseriös - Karassin |
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Brüssel, Die von georgischen Medien
angeregte Diskussion über die Teilnahme von US-Beobachtern an der
Mission der Europäischen Union (EU) in Georgien ist laut dem
russischen Vizeaußenminister Grigori Karassin unseriös.
"Dass unsere westlichen Partner und die Georgier
alle flexiblen Formeln einer Verlängerung der Mandate der
OSZE-Beobachter in Südossetien und der UN-Beobachter in Abchasien
beharrlich abgelehnt haben, zeugt nach meiner Meinung davon, dass
ihre Position gerade darin besteht, die internationale Präsenz in
der Region zu beenden und Russland und die USA unmittelbar
aufeinander zu hetzen", sagte der Diplomat am Donnerstag in
Brüssel.
Wenn das stimme, sollte die Diskussion nicht mit
den Georgiern und georgischen Journalisten, sondern mit Vertretern
der USA und der EU fortgesetzt werden.
Die EU ist die einzige Organisation, deren
Beobachter sich auf dem Territorium Georgiens - in den Grenzgebieten
zu Südossetien und Abchasien - aufhalten. Am Donnerstag hatten
georgische Massenmedien berichtet, Parlamentspräsident David
Bakradse habe die Hoffnung darauf geäußert, dass die USA eine
positive Entscheidung zu ihrem Einstieg in die EU-Mission in der
Region treffen würden.
Zur jüngsten Empfehlung des weißrussischen
Außenministeriums an die Bürger des Landes, nach Südossetien und
Abchasien nur über Georgien zu reisen, sagte Karassin, dass diese
Position kaum verständlich sei. "Für mich ist diese Erklärung
merkwürdig, sie ist absolut nicht logisch und unverständlich. Man
sollte den Urheber dieser Erklärung feststellen, weil sie den
bisherigen Äußerungen von weißrussischen Amtsträgern und Vertretern
der Öffentlichkeit in vieler Hinsicht widerspricht."
23.07.2009 RIA
Novosti
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| Abchasien dementiert
Berichte über Schusswechsel mit Russen |
|
Suchum,
Abchasiens Führung hat georgische Medienberichte über einen
Schusswechsel zwischen russischen und abchasischen Soldaten
zurückgewiesen.
„Die Lage im Rayon Gal ist stabil, es gab dort
keine Zwischenfälle“, sagte Kristian Bzhanja, Sprecher des
abchasischen Präsidenten, am Montagabend.
Die georgische Nachrichtenagentur GHN hatte kurz
zuvor gemeldet, in den abchasischen Dörfern Pitschora und Kuatschara
sei es am Vormittag zu einem Schusswechsel zwischen russischen und
abchasischen Soldaten gekommen.
Abchasiens Innenminister Otar Chezija habe nach
der Schießerei vor Ort persönlich verhandelt, so der georgische
Bericht. Bzhanija sagte dazu, Chezija habe Suchum nicht
verlassen.
20.07.2009 RIA
Novosti
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| Obama in Russland -
Die gleiche Politik, jetzt in der Geschenkpackung
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Von Justin Raimondo, Präsident Obamas
Reise nach Russland – überschattet in unseren einfältigen Medien von
Tod und Begräbnis Michael Jacksons – zeigt, dass der Wechsel, den
wir so gerne begrüßt hätten, kleiner ausfällt als erwartet. Wenn wir
den Text der Ansprache, die er in der neuen Moskauer
Wirtschaftsschule gehalten hat, als irgendwie verbindlich
betrachten, ist man zum Schluss gezwungen, dass er gleich aussieht
und klingt wie der gleiche alte – und vielleicht noch ein bisschen
schlimmer.
Nachdem er sich durch die erforderliche
Schöntuerei gearbeitet hatte – Lob von Russlands künstlerischen
Beiträgen und einen lustigen Hinweis auf einen in Russland geborenen
Hockeyspieler – beschrieb unser Präsident die schlimmen alten Tage
des Kalten Kriegs: „als Wasserstoffbomben in der Atmosphäre getestet
wurden, Kinder in Atomschutzmaßnahmen ausgebildet wurden und wir den
Rand der atomaren Katastrophe erreichten.“ Gruselige Geschichten,
obwohl er nicht sagte, wer dafür verantwortlich war. Auf einmal,
indes „innerhalb einiger kurzer Jahre hat sich diese Welt verändert.
Täuschen Sie sich nicht: dieser Wechsel kam nicht von einem Land
allein. Der Kalte Krieg kam zu einem Ende aufgrund der Taten vieler
Nationen viele Jahre hindurch und weil die Menschen in Russland und
Osteuropa aufstanden und beschlossen, dass das Ende friedlich sein
sollte.“
Das ist nachweislich falsch: das Ende des Kalten
Kriegs hatte nichts zu tun mit den „Taten vieler Nationen viele
Jahre hindurch.“ Statt dessen war es eine Entscheidung der
sowjetischen Führung, sich dem unvermeidlichen Sturz ihres Systems
nicht zu widersetzen, das verkalkt war und praktisch seit vielen
Jahren im Sterben lag. Kurz gesagt hatte die Außenpolitik der
Vereinigten Staaten von Amerika nichts damit zu tun: es ging darum,
was innerhalb des sowjetischen Blocks geschah (bzw. nicht geschah)
einschließlich der UdSSR selbst.
Okay, das ist eine Nebensächlichkeit, aber im
Kontext der routinemäßigen Auffassung der Amerikaner, dass alles
sich nur um sie dreht, ist sie es wert erwähnt zu werden. Ein
weiterer erwähnenswerter Punkt ist, dass, wenn man all den Firlefanz
und die Schmeicheleien streicht, alles, was man von dieser Rede
bekommt, Bushismus ohne Bush ist. Das heißt:
„Ich weiß, dass Russland gegen die geplante
Konstellation der Raketenabwehr in Europa ist. Meine Regierung ist
dabei, diese Pläne zu überdenken, um die Sicherheit von Amerika,
Europa und der Welt zu verbessern. Ich habe klar gemacht, dass
dieses System darauf gerichtet ist, einer möglichen Attacke seitens
des Iran vorzubeugen und nichts mit Russland zu tun hat. In der Tat
möchte ich, dass wir zusammen an einem System der
Raketenverteidigung arbeiten, das uns allen mehr Sicherheit gibt.
Aber wenn die Bedrohung durch die iranischen Programme für den Bau
von Atomraketen eliminiert ist, wird auch die treibende Kraft für
die Raketenverteidigung in Europa eliminiert
sein.“
Die Idee, dass amerikanische
“Raketenabwehr”-Waffen in Polen und der Tschechischen Republik aus
Angst vor einem iranischen Überraschungsangriff auf eines oder beide
dieser Länder stationiert werden, ist absurd. Als diese fantastische
Erklärung zum ersten Mal von Vertretern der vorhergehenden
Administration abgegeben wurde, war sie gemeint - und wurde auch so
aufgefasst - als eine Beleidigung der Russen, als hätte man gesagt:
Leck uns am Arsch Boris, wir denken nicht einmal nach über eine
halbwegs glaubhafte Erklärung!
Dieses Waffensystem, forciert vom „Erweitert die
NATO”-Haufen – sagen Sie „Hallo“ zu Randy Scheunemann (bezahlter
Lobbyist und McCain-Berater)! – ist eine nackte Provokation, die auf
Moskaus steigende Verletzbarkeit gerichtet ist. Aufbauend auf die
Busch´sche Politik, den Abbau der nuklearen Waffen hintanzustellen,
der bereits von Ronald Reagan und Gorbatschow in den letzten Tagen
der Sowjetunion begonnen worden war, haben die Obamaisten Bushs „Auf
nach Osten!“-Strategie übernommen und sich zu eigen gemacht –
anscheinend bereit, den Raketenabwehrschild als Tauschobjekt zu
verwenden in der Hoffnung, Russland würde nicht zu viele
Schwierigkeiten machen, wenn wir uns auf die Konfrontation mit dem
Iran vorbereiten.
Die russische Antwort, in Putins Worten, war
vorsichtig, aber unmissverständlich:
„Wie wir verstehen, hat die neue Regierung der
Vereinigten Staaten von Amerika ihre Position in Hinblick auf die
Zukunft des Raketenabwehrsystems, zumindest was dessen Aufstellung
in Europa betrifft, nicht festgelegt. Es ist aber offensichtlich,
dass die offensiven und defensiven Komponenten von strategischen
Kräften eng und unauflöslich untereinander verflochten sind. Das war
immer so und wir sind immer von dieser Annahme ausgegangen. Genau
aus diesem Grund wurde ursprünglich der Vertrag über die Begrenzung
von Raketenabwehrsystemen abgeschlossen."
„Als die Vereinigten Staaten von Amerika
einseitig dieses Abkommen aufkündigten und 'begruben', zeichnete
sich natürlich die Drohung der Ungleichheit im Bereich der
offensiven und defensiven strategischen Systeme ab. Ich denke, dass
man kein Experte sein muss, um das Folgende zu verstehen: wenn eine
Seite einen „Schirm“ gegen alle Arten von Bedrohungen haben will
oder anstrebt, dann könnte sie sich der Illusion hingeben, dass sie
alles tun kann, was ihr passt, worauf ihre Aggressivität
beträchtlich steigen wird, während die Bedrohung einer weltweiten
Konfrontation einen sehr gefährlichen Pegel erreichen wird. Russland
wird natürlich die Fragen der Raketenabwehr und alle damit
verbundenen Angelegenheiten mit dem Thema der strategischen
Angriffswaffen verbinden.“
Diese Worte wurden vor einigen Monaten
gesprochen, und ohne Zweifel hat Putin klarere Vorstellungen davon,
wogegen er ist: eine Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika,
die mit harten Bandagen kämpft und keinerlei Ambitionen hat, ihre
grundsätzliche Politik zu ändern. Das langfristige Ziel jeder
Administration nach dem Ende des Kalten Kriegs – die Einkreisung
Russlands - bleibt gleich, daran wird sich nichts ändern. Überhaupt
nichts.
Die Einkreisungsstrategie begann in Wirklichkeit
in der Zeit der Regierung Clinton, als die Vereinigten Staaten von
Amerika Belgrad im Namen der „Humanität“ bombardierten und
Washington begann, von den riesigen Ölschätzen zu träumen, die am
Ende der Großen Seidenstraße liegen. Es waren in der Tat die
Clintonisten, die als erste eine eigene Abteilung der Regierung der
Vereinigten Staaten von Amerika einrichteten – das Büro des
Diplomatie-Spezialberaters für die Energie im Kaspischen Becken – um
die U.S.-Ölgesellschaften zu subventionieren und anderweitig zu
unterstützen, damit sie in diesem Bereich Fuß fassen konnten. Die
Ölreserven im und rund um das Kaspische Meer sind dem Vernehmen nach
riesig und Clinton schmierte die regionalen Despoten mit einer Menge
von U.S.-Steuerdollars und Unterstützungszusagen, um sie dazu zu
bringen, sich an seinem Plan zu beteiligen. Die Vereinigten Staaten
von Amerika entwickelten ein Modell, nach dem eine Pipeline gebaut
werden sollte, die weder durch russisches noch durch iranischen
Territorium verlief und das Öl aus den zentralasiatischen
Autokratien wie Turkmenistan und Aserbaidschan durch den Kaukasus
transportierte, von Baku in Aserbaidschan nach Ceyhan, einem
türkischen Hafen – und stellten sicher, dass sie durch Tiflis
verlief, Hauptstadt der ehemaligen Sowjetrepublik
Georgien.
Hier liegt der wirklich wunde Punkt zwischen
Russland und den Vereinigten Staaten von Amerika: Georgien, dessen
von den Vereinigten Staaten von Amerika unterstützte und finanzierte
“Rosenrevolution” zur Errichtung eines militant antirussischen und
ultranationalistischen Regimes führte. Im vergangenen Jahr unternahm
Georgien einen in keiner Weise provozierten Angriff auf die
benachbarten Republiken Südossetien und Abchasien, die beide ein
Jahrzehnt lang praktisch unabhängig von Georgien gewesen waren.
Kandidat Obama war unter denen, die um die zweifelhafte Ehre
wetteiferten, Russlands Hilfe für die bedrängten Abchasen und
Osseten am lautesten anzuprangern. Die Rechercheure der Europäischen
Union haben dennoch festgestellt, dass Georgien und nicht Russland
den ersten Schlag geführt hat – kein Wunder, dass die Diskussion
zwischen Obama und Putin länger dauerte als geplant.
Ich musste lachen, als ich hörte, wie unser
Präsident die folgende Linie ausgab: „Die staatliche Souveränität
muss ein Eckstein der internationalen Ordnung sein.“ Jeder weiß,
dass die Vereinigten Staaten von Amerika diejenigen sind, die am
meisten gegen dieses Prinzip verstoßen. „Gerade wie alle Staaten das
Recht haben sollten, ihre Anführer zu wählen,“ setzte Obama fort,
„müssen Staaten ein Recht auf sichere Grenzen und auf ihre eigene
Außenpolitik haben. Das trifft für Russland zu wie für die
Vereinigten Staaten von Amerika. Jedes System, das diese Rechte
beeinträchtigt, wird Anarchie zur Folge haben. Aus diesem Grund muss
dieses Prinzip für alle Nationen gelten – einschließlich Georgien
und Ukraine. Amerika wird niemals einem anderen Land ein
Sicherheitssystem aufzwingen. Damit ein Land Mitglied der NATO
werden kann, muss das die Mehrheit seiner Bevölkerung wollen; sie
muss Reformen durchführen und in der Lage sein, zu den Aufgaben der
Allianz beizutragen. Und lassen Sie mich klar sagen: die NATO sucht
Kooperation mit Russland, nicht Konfrontation.“
Wenn ihre konservativen republikanischen
Kritiker bei der Gründung der NATO im Jahr 1949 geäußert hätten, sie
würde den kommunistischen Block überleben, gegen den sie den Westen
verteidigen sollte, hätte man sie – und hat sie auch – als
steinzeitliche „Isolationisten“ und Hysteriker abgetan. Dass die
NATO weiterhin besteht, obwohl Lenins Projekt tot und begraben ist,
erhellt dramatisch die Binsenweisheit, dass Regierungsprogramme nie
sterben, sondern sich in alle Ewigkeit weiter ausdehnen.
Das Mantra, Obama stehe für „Wechsel” in dem
Sinn, dass er wirklich mit der Außenpolitik der vorhergehenden
Administration breche, klingt in diesen Tagen besonders hohl. Das
trifft besonders zu, wenn es um unsere Beziehungen zu Russland geht.
Die einzige Änderung betrifft den Stil. Obama ist als Persönlichkeit
sympathischer als Bush das für sich jemals erhoffen konnte, aber das
wird ihn im Kreml nicht weit bringen. In der Tat haben unsere
eigenen Medien mit mehr als nur einer Spur von Gereiztheit
festgestellt, dass Obama-Manie in Russland so gut wie nicht zu
existieren scheint.
Mit gutem Grund. Dass er dort weitermacht, wo
die Clintons und Bushs aufgehört haben, ist sicher enttäuschend,
allerdings nicht - wie zu erwarten - für die, die ich zu meinen
regelmäßigen Lesern rechne. Lange bevor Obama sein Amt antrat, habe
ich gewarnt, dass das höchste, was wir erwarten könnten, eine
Weiterführung des Status Quo sei – und dass die Entwicklung sogar
schlechter verlaufen könnte. Nichts unterstreicht letzteres
dramatischer als Obamas offenkundige Eskalation der antirussischen
Kampagne der vorhergehenden Regierung.
Der heißköpfige starke Mann Georgiens Michail
Saakaschwili verfügt über extensive Kontakte in die Vereinigten
Staaten von Amerika und spricht fließend Englisch. Als er zuletzt
das von den Vereinigten Staaten von Amerika ausgebildete georgische
Militär gegen die wehrlosen ossetischen und abchasischen Zivilisten
loshetzte und hunderte töten ließ, tat er das in der vollen Hoffnung
auf Hilfe von der Regierung Bush, die rhetorische Unterstützung gab,
aber keine Unterstützung aus der Luft. Die Russen machten kurzen
Prozess mit dem Möchtegern-Napoleon des Kaukasus, aber es gibt
Anzeichen, dass Saakaschwili wieder schürt, in der Hoffnung, die
Aufmerksamkeit von den heimischen Protesten gegen seine autoritäre
Herrschaft (die im vergangenen Jahr mit brutaler Gewalt unterdrückt
worden waren) abzulenken. Wird Obama ihn im Zaum halten – oder die
Drohung mit einem neuen Krieg in der Region als ein weiteres
Tauschobjekt mit dem Kreml benutzen?
Die Beziehungen der Vereinigten Staaten von
Amerika zu Russland waren außerordentlich schlecht, nachdem Putin
die Oligarchen hinauswarf und beschloss, sich weder von Washington
noch von London diktieren zu lassen. Die Regierung Obama hat gesagt,
sie wolle die Beziehung „resetten“, aber das ist nur Gerede ohne
Taten. Sie pieksen den russischen Bären mit dem selben Hakenstock
und fordern von ihm, durch eine Reihe von Reifen zu springen – und
werden zweifelsohne sehr gekonnt die Schockierten heucheln, wenn der
Bär zurückschlägt.
Veröffentlicht mit freundlicher
Genehmigung von www.antikrieg.com
20.07.2009 Berliner
Umschau
|
| Saakaschwili hakt NATO,
Südossetien und Abchasien ab |
|
Tiflis, Neue
Einsicht bei Michail Saakaschwili: In nächster Zeit werde Georgien
nicht in die NATO aufgenommen. Auch die Kontrolle über Südossetien
und Abchasien werde Tiflis auf absehbare Zeit nicht
wiederbekommen.
Georgiens Präsident Michail
Saakaschwili ist in einer schweren Krise. Außenpolitisch ist er seit
dem verlorenen Kaukasus-Krieg im Sommer 2008 in
Bedrängnis. Innenpolitisch belagert ihn die Opposition seit Monaten
regelrecht, um seinen Rücktritt zu erzwingen.
Umdenkprozess bei Saakaschwili?
Die Krise hat offenbar zu einem Umdenkprozess
bei Saakaschwili geführt. Er nimmt Abstand von den Versuchen, die
beiden abtrünnigen Republiken Abchasien und Südossetien wiedererobern zu
wollen. Auf nähere Sicht habe Georgien jeden Einfluss in der Region
verloren. „Das ist tragisch“, meinte er.
Auch den Plänen von einem raschen EU- und NATO-Beitritt hat der
Kaukasuskonflikt einen
Riegel vorgeschoben. War sich Saakaschwili vor dem August 2008
sicher, dass Georgien bald in die beiden Bündnisse aufgenommen
werde, so hat er seine Hoffnungen inzwischen begraben.
NATO-Pläne „fast völlig tot“
Die Pläne für einen NATO-Beitritt sind „fast
völlig tot“, sagte er. „Das bedeutet, dass Russland für die rechte
Sache gekämpft hat“, erklärte er.
Saakaschwili muss sich nun umorientieren. Als er
2003/2004 im Zuge der so genannten „Rosenrevolution“ an die Macht kam,
waren die Wiederherstellung des zersplitterten Georgiens und eine
schnelle Westannäherung zentrale Punkte seines Wahlkampfs. Beide
Punkte konnte er nicht erfüllen (lediglich die Teilrepublik Adscharien am Schwarzen Meer wird
inzwischen wieder aus Tiflis kontrolliert).
Stärkung der Demokratie in Georgien
angekündigt
Die neue Losung Saakaschwilis lautet Stärkung
der Demokratie im eigenen Land. Opposition und Bürgerrechtler haben
ihm in der Vergangenheit einen autoritären Führungsstil
vorgeworfen, insbesondere nach der Zerschlagung von
Protestkundgebungen in Tiflis.
Nun wolle er seinen Konkurrenten mehr Platz in
den Medien einräumen und der Opposition Plätze in der Regierung
anbieten, sagte Saakaschwili im Interview mit dem „Wall Street
Journal“. Seine Aufgabe sehe er darin, die Demokratie in Georgien zu
stärken und eine friedliche Nachfolge zu ermöglichen, wenn er 2013
abtrete.
Wie ernst es Saakaschwili mit der Umsetzung
dieser Absichts-Bekundungen ist, bleibt abzuwarten. In zwei Tagen
wird US-Vizepräsident Joe Biden in Georgien erwartet. Möglicherweise
dienten die Ankündigungen auch nur der „Vorbereitung“ auf die Visite
des US-Politikers.
20.07.2009 Russland
Aktuell
|
| GUS trifft sich bei
Pferderennen in Moskau |
|
Bei einem informellen Treffen auf einer
Pferderennbahn in Moskau haben die Präsidenten von Russland und
anderen früheren Sowjet-Staaten über die Vertiefung ihrer
Beziehungen gesprochen.
Nach einem Gespräch mit dem kasachischen
Präsidenten Nursultan Nasarbajew am Rande des Treffens sagte
Russlands Staatschef Dmitri Medwedew am Samstag, beide Länder kämen
bei der geplanten Gründung einer Zollunion gemeinsam mit
Weißrussland gut voran. Nasarbajew sagte, das Vorhaben sei "ein sehr
wichtiger Schritt auf dem Weg der Integration". Sicher würden auch
andere Mitglieder der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS)
Interesse an einer Mitgliedschaft in der Zollunion
anmelden.
An dem alljährlichen Treffen beim
Pferderennen nahmen neben dem Gastgeber Russland nur fünf der elf
GUS-Mitgliedstaaten teil, was nach Ansicht von Beobachtern eine
tiefe Krise in den GUS-Beziehungen offenbarte. Neben den Präsidenten
von Russland und Kasachstan kamen die Staatschefs von Armenien,
Aserbaidschan, Tadschikistan und Moldawien. Auch die Präsidenten der
Republiken Abchasien und Südossetien nahmen teil.
Außerdem versammelten sich Prominente und
andere wichtige Persönlichkeiten der russischen Gesellschaft zu dem
Rennen. Auf Pferde setzen durften die Zuschauer nach Angaben des
Kremls jedoch nicht, da dies nach russischem Gesetz verboten
ist.
19.07.2009 Russland
Aktuell
|
| Russland erwartet nach
georgisch-abchasischem Pilottreffen Entspannung in
Südkaukasien |
|
Moskau, Das russische Außenministerium
ist mit dem ersten Treffen zwischen Georgien und Abchasien seit dem
Kaukasus-Konflikt, das am 14. Juli im abchasischen Gal stattfand,
zufrieden und erwartet konkrete Ergebnisse von den weiteren
Treffen.
An dem Pilottreffen haben Vertreter der UNO, der
EU, Georgiens, der unabhängigen Republik Abchasien und Russlands
teilgenommen.
"Wir sind mit dem Pilottreffen, das am 14. Juli
in Gal stattgefunden hat, zufrieden, begrüßen es und werden an
diesem Mechanismus weiter teilnehmen", sagte der russische
Vizeaußenminister Grigori Karassin am Donnerstag.
Russland bewerte den Mechanismus, der an der
georgisch-abchasischen Grenze in Gang gesetzt wurde, als Element der
Stabilisierung der Situation im Südkaukasus.
"Ob wir es wollen oder nicht, wir werden stets
mit Versuchen einer Obstruktion und einer negativen Einwirkung auf
die Situation durch Georgien konfrontiert. Es ist erfreulich, dass
georgische Vertreter in einer recht ruhigen Manier an diesem Treffen
teilgenommen haben", fügte der Diplomat an.
Der Beschluss, die regelmäßigen Kontakte
zwischen Georgien und Abchasien wieder aufzunehmen, wurde in der
vierten Runde der Genfer Diskussionen über die Sicherheit im
Südkaukasus am 17. und 18. Februar 2009 angenommen.
Dieser Dialog wurde als Mechanismus zur
Vorbeugung von Zwischenfällen beziehungsweise für ein schnelles
Reagieren darauf im georgisch-abchasischen Konfliktraum
bezeichnet.
Georgien und Abchasien haben seit 2007 wegen der
Zuspitzung der Situation im georgisch-abchasischen Konfliktraum auf
jegliche Verhandlungen verzichtet.
Das Ziel der neuen Gespräche ist, die Situation
in der Region möglichst bald zu stabilisieren. Beim Treffen am 14.
Juli in Gal haben Georgien und Abchasien vereinbart, alle zwei
Wochen die Gespräche über die Abwendung von Zwischenfällen an der
georgisch-abchasischen Grenze fortzusetzen.
16.07.2009 RIA
Novosti
|
| "Gespräche mit Georgien sind
sinnlos" |
|
Der
Chef des jüngsten Staates der Welt formuliert Wünsche an die EU:
Abchasiens Präsident Sergej Bagapsch spricht im
SPIEGEL-ONLINE-Interview über die Beziehungen zu Russland, das
Verhältnis zu Georgien und das politische Talent von Frank-Walter
Steinmeier.
SPIEGEL
ONLINE:
Ihre Nachbarländer am Schwarzen Meer außer Russland erkennen
Abchasien nicht an. Sind Sie nicht isoliert?
Bagapsch:
Wir sind ein kleines Land mit ungefähr 242.000 Einwohnern. Um unsere
Wirtschaft zu entwickeln, reichen im Moment die Beziehungen mit
Russland, die wir haben. Wir würden es natürlich begrüßen, wenn
Europa uns gegenüber offener wäre. Ich denke, das ist eine Frage der
Zeit. Wir versuchen jetzt Wirtschaftsbeziehungen zu Iran, Jordanien,
zur Türkei und zu Weißrussland zu entwickeln. Wir betteln nicht um
diplomatische Anerkennung.
SPIEGEL
ONLINE:
Bisher haben nur Russland und Nicaragua Ihre Republik anerkannt. Was
hat sich dadurch für die Bürger Abchasiens geändert?
Bagapsch:
Das Wichtigste ist, dass die Leute jetzt wissen, dass sie ein
normales Leben führen können. Wir wissen, dass der Aufbau eines
unabhängigen Staates ein langer Prozess ist. Wir wollen einen
Rechtstaat, der sich nach den Normen des Völkerrechts verhält. Das
erfordert neue Gesetze und ein verändertes Bewusstsein.
SPIEGEL
ONLINE:
Verhält sich die Regierung Obama Abchasien gegenüber anders als
George W. Bush, der von Ihnen forderte, sich Georgien
anzuschließen?
Bagapsch:
Bislang ist davon nichts zu spüren. Die Amerikaner müssen sich erst
mal darüber klar werden, wie sie mit der Dauerkrise in Georgien
umgehen wollen. Experten und Politologen in den USA aber beginnen
schon daran zu zweifeln, ob die Vereinigten Staaten gut beraten
sind, der Doktrin von der "territorialen Integrität" Georgiens
weiter zu folgen. Das ist für den Anfang schon gut.
SPIEGEL
ONLINE:
Vor dem Kaukasus-Krieg mit Georgien im August 2008 war der deutsche
Außenminister Frank-Walter Steinmeier bei Ihnen. Er wollte den
drohenden Krieg verhindern. Woran ist seine Mission Ihrer Meinung
nach gescheitert?
Bagapsch:
Steinmeier hat mich sehr beeindruckt, er ist ein sehr sachkundiger
und talentierter Politiker. Sein Vorschlag aber, wir sollten ohne
Vorbedingungen Verhandlungen mit Georgien aufnehmen, war für uns
nicht annehmbar. Solche Verhandlungen hätten nichts daran geändert,
dass Georgiens Staatschef Micheil Saakaschwili eine militärische
Aggression gegen Südossetien und Abchasien vorbereitete. Auch jetzt
sind Gespräche mit der gegenwärtigen Führung Georgiens völlig
sinnlos.
SPIEGEL
ONLINE:
Saakaschwili hat jetzt erklärt, der Krieg sei nicht beendet. Besteht
die Gefahr neuer Kämpfe mit Abchasien und Südossetien?
Bagapsch:
Solange Georgien von Saakaschwili geführt wird, besteht diese
Gefahr. Wo die Opposition unterdrückt wird und sich politischer
Sprengstoff anhäuft, ist die Versuchung groß, die aufgestaute
Energie gegen den äußeren Feind zu richten. Wenn Saakaschwili uns
noch einmal angreift, wird er vernichtet. Dieser Mann ist von seinem
Wesen her ein Aggressor.
SPIEGEL
ONLINE:
Ist nur Saakaschwili das Problem? Scheut sich die Opposition in
Georgien nicht ebenso wie die Regierung, einzugestehen, dass sie
Abchasien endgültig verloren haben?
Bagapsch:
Es wird sicher Generationen dauern, bis das Geschehene dort neu
bewertet wird. Die jetzige Generation wird wohl auch weiter die
Illusion pflegen, Abchasien sei Georgien und die Abchasen seien
Georgier. Wären europäische Politiker, gerade auch deutsche,
weitsichtiger und mutiger, könnten sie den Georgiern helfen, sich
von Illusionen zu befreien, mit denen sie sich nur selbst schaden.
Je eher das geschieht, desto rascher werden wir gutnachbarliche
Beziehungen zu Georgien haben, die wir uns wünschen.
SPIEGEL
ONLINE:
Im georgisch-abchasischen Krieg 1992/93 sind etwa 200.000 Georgier
aus Abchasien geflüchtet. Warum können diese Menschen nicht
zurückkehren?
Bagapsch:
Wir haben etwa 60.000 Georgiern die Rückkehr in den Bezirk Gali
erlaubt. Die Rückkehr aller aber, auch derer, die gegen uns gekämpft
haben, würde wieder zu Krieg führen. Verantwortlich für das
Schicksal der Flüchtlinge sind diejenigen, die 1992 den georgischen
Einmarsch in Abchasien begonnen haben. Die westlichen Länder sollten
Geld lieber für die Integration der Flüchtlinge geben als für eine
erneute Aufrüstung Georgiens. Für eine Integration in ihren eigenen
georgischen Raum - denn sie sind alle früher aus Georgien nach
Abchasien übergesiedelt.
SPIEGEL
ONLINE:
Lehnen Sie die Rückkehr aller Flüchtlinge nicht auch deshalb ab,
weil dies die ethnische Zusammensetzung ihrer Republik drastisch
verändern würde?
Bagapsch: Sicher
spielt das auch eine Rolle. Als die Georgier noch bei uns lebten,
machten wir Abchasen nur noch 17 Prozent der Bevölkerung aus. Das
Wichtigste aber ist der unversöhnliche politische Gegensatz zwischen
beiden Staaten. Georgien tut leider alles, um diesen Konflikt zu
verlängern.
SPIEGEL
ONLINE:
In Abchasien befinden sich russische Militärbasen, russische
Grenztruppen bewachen die Außengrenze, das Zahlungsmittel ist der
Rubel. Sie wollen Ihre Eisenbahn für zehn Jahre den Russen zur
Verwaltung übergeben - sind Sie nicht allzu stark von Russland
abhängig?
Bagapsch:
Wir verhandeln mit der russischen Bahn, denn wir müssen unsere
Bahnlinie modernisieren. Wir würden auch gern mit der Deutschen Bahn
verhandeln, wenn sie denn Interesse hätte. Auf der Welt gibt es
überhaupt keine völlig unabhängigen Staaten. Liechtenstein ist von
der Schweiz abhängig, Luxemburg von Frankreich, wir hängen alle
voneinander ab. Georgien ist von Amerika abhängig, wir sind es von
Russland.
SPIEGEL
ONLINE:
Die Opposition in Abchasien befürchtet, Ihr kleines Land könne sich
verwandeln "in eine quasistaatliche Struktur, die von fremden
Überweisungen parasitiert". Zwei Drittel des abchasischen Budgets
stammen aus russischen Dotationen. Gibt das nicht Anlass zur
Sorge?
Bagapsch:
Kein Land der Welt hat sich ohne Kredite und Hilfen entwickelt.
Russland baut Straßen, Schulen, Krankenhäuser und Kirchen. Dafür
sind wir dankbar.
SPIEGEL
ONLINE:
Sie schlagen vor, Ausländern den Erwerb von Immobilien zu gestatten,
was abchasische Gesetze bisher verbieten. Befürchten viele Abchasen
nicht zu Recht, reiche Russen könnten sie verdrängen?
Bagapsch:
Wir diskutieren das Thema. Als eine Variante habe ich vorgeschlagen,
sich die Erfahrungen anderer Länder anzuschauen. In Spanien etwa
kaufen Ausländer Wohnungen, erholen sich, zahlen Steuern und bringen
Geld ins Land. Bei uns hingegen werden Häuser und Grundstücke ohne
rechtliche Grundlage an Ausländer verkauft. Daraus ergeben sich
langwierige Streitfälle, die unsere Gerichte überlasten. Wir
brauchen eine gesetzliche Regelung. In sachlicher Diskussion sollten
wir eine Lösung finden, die Abchasien nützt.
SPIEGEL
ONLINE:
Wie sehen Sie die Zukunft Abchasiens in zehn oder zwanzig
Jahren?
Bagapsch:
Wir werden ein wohlhabendes, reiches Land sein, weil wir sehr
schnell unsere Wirtschaft ankurbeln können. Es gibt schon britische,
tschechische, österreichische Investoren, die sich bei uns
engagieren wollen. Wir modernisieren unseren Flughafen und werden
bald Flüge nach Moskau und St. Petersburg aufnehmen. Das ist sicher
auch für deutsche Touristen interessant, von denen viele schon zu
DDR-Zeiten hier waren.
SPIEGEL
ONLINE:
In Abchasien finden im Dezember Präsidentenwahlen statt. Im
Unterschied zu Russland ist das Ergebnis bei Ihnen nicht so leicht
vorauszusagen. Vor vier Jahren hatten sie große Probleme mit der
Auszählung, Ergebnisse wurden angezweifelt, es gab Massenproteste.
Hat sich die Lage seither verbessert?
Bagapsch:
Es gibt bei uns eine Opposition und eine oppositionelle Presse wie
kaum in einem anderen Land der ehemaligen Sowjetunion. Das ist gut
und zeigt, dass wir uns für die Demokratie entschieden
haben.
SPIEGEL
ONLINE:
Die oppositionellen Medien aber klagen über Probleme. Der
Chefredakteur der Zeitung "Tschegemskaja Prawda", Inal Chaschig,
wurde im Februar von einigen Ihrer Verwandten und Freunde an einen
menschenleeren Strand gefahren. Dort hat man ihn an das Schicksal
der in Moskau ermordeten Journalistin Anna Politkowskaja erinnert.
Ist die Pressefreiheit in Abchasien nicht in Gefahr?
Bagapsch:
Sie ist absolut nicht in Gefahr. Ich habe all die Jahre als
Präsident nie auf all diese Widerwärtigkeiten reagiert, die die
Presse schreibt. Was Inal Chaschig angeht, hat ihn niemand
angerührt, als er die Staatsmacht kritisierte. Aber als er meine
Familie angegriffen und Gemeinheiten geschrieben hat, waren meine
Verwandten und einige mir nahe Menschen empört. Sie haben ihn in ein
Auto gesetzt und ihm gesagt: "Jetzt geht es schon nicht mehr um den
Präsidenten, es geht um die Familie." Hier ist der Kaukasus. Da muss
man sich für Beleidigungen verantworten.
Das
Interview führte Uwe Klußmann in Suchumi, der Hauptstadt
Abchasien
15.07.2009
Spiegel Online
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