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| Erklärung der abchasischen
Diaspora-Vertreter in Europa |
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Wir, die Vertreter der abchasischen Diaspora
in Europa, erklären hiermit, daß wir mit dem Rusudan Gioberidze
genannten Person, der als Vorsitzender der zivilen Vereinigung
"Unabhängiger Kaukasus" erwähnt wird, kein Treffen hatten und auch
nicht daran denken uns mit ihm zu treffen.
Daß
in seinem Interview, gerade die abchasische Diaspora in Deutschland
erwähnt wurde, ist kein Zufall. Denn ca. 70 % der abchasischen
Diaspora in Europa lebt in Deutschland und ist Kern der in den
letzten Jahren vermehrten Aktivitäten der Diaspora in Sachen
Abchasien.
Daß
seine Aussage gerade jetzt kommt, nach dem der abchasische Präsident
Sergej Bagapsch vor einigen Tagen erklärt hatte, daß Abchasien seine
Politik des Festigens der Beziehungen zu den Vertretern der
abchasisch-abasinischen Diaspora in Europa fortsetzen wird, ist mehr
als fragwürdig.
Die
Aussage Gioberidze’s zielt in erster Linie darauf ab, die
abchasische Diaspora zu Mißkreditieren, zu verwirren und zu
teilen.
Die
Bemühungen einiger Tschetschenen, Georgier und
georgisch-freundlichen Aserbeidschaner, die Rußland als einen
gemeinsamen Feind auserkoren haben, zielen darauf ab, unter dem
Deckmantel der Unabhängigen Kaukasus und unter Benutzung der
abchasischen Diaspora, Unruhe zu stiften und Zwietracht zu
säen.
Dies und ähnliches stellt seit Jahren ein
Teil der georgischen Politik dar.
Wir, der europäischer Teil der abchasischen
Diaspora, weder Diaspora-Vertreter noch ein Abchase der einen Funken
Verstand hat, werden uns von solchen Spielereien nicht verwirren
lassen.
Vertretung der Republik Abchasien in
Deutschland,
Abchasisch-Abasinische Vereinigung “Pro
Abkhazia’’,
Vorstandsmitglieder des Weltkongresses des
Abchasisch-Abasinischen Volkes in Europa
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| Abchasien streitet Angriff
auf georgisches Dorf ab |
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Suchum, Abchasien hat Berichte über den
Beschuss eines georgischen Dorfes und die Sprengung eines
Hochspannungsmastes zurückgewiesen.
Das georgische Innenministerium hat am Montag
mitgeteilt, das georgische Dorf Muzhawa sei um rund 04.00 Uhr früh
aus Granatwerfern beschossen worden. Man habe vom abchasischen
Territorium aus geschossen. Eine halbe Stunde später sei auch ein
Hochspannungsmast in jener Gegend gesprengt worden.
Abchasiens Grenzschutzchef Surab Margania
bezeichnete den georgischen Bericht als „gefälscht“. Abchasien
stritt auch Störungen an der Stromleitung ab. „Alle Leitungen
funktionieren normal, nichts dergleichen ist passiert“, sagte Reso
Santaria, Chef des abchasischen Stromunternehmens
Tschernomorenergo.
22.06.2009 RIA
Novosti
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| Russische Truppen in
Südossetien und Abchasien werden an Militärmanöver
teilnehmen |
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Moskau, Das Personal der russischen
Militärstützpunkte in Südossetien und Abchasien wird an dem Manöver
"Kaukasus-2009" teilnehmen.
Das kündigte der Oberbefehlshaber des russischen
Heeres, Armeegeneral Wladimir Boldyrew, am Samstag in Moskau an. Die
Übung finde Ende Juni statt. Daran würden auch die Truppen des
Nordkaukasischen Wehrbezirks teilnehmen. Es handele sich um eine
Kommando- und Stabsübung, hieß es.
Zuvor war mitgeteilt worden, dass bei dieser
großen Übung 8500 Mann, rund 200 Panzer, 450 gepanzerte Fahrzeuge
und bis zu 250 Geschützen eingesetzt werden. Das Manöver soll von
Generalstabschef der russischen Streitkräfte, Armeegeneral Nikolai
Makarow, geleitet werden.
20.06.2009 RIA
Novosti
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| Mischas Traum vom großen
Georgien |
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Von Manfred Quiring in
Tiflis, Präsident Saakaschwili lebt nach
dem verlorenen Krieg gegen Russland in seiner eigenen Welt. Die
Opposition wird lauter.
David
blinzelt gemächlich in die Sonne. Es ist
heiß und schwül, jede heftige Bewegung würde nur zu einem neuen
Schweißausbruch führen. Also bleibt David bewegungslos stehen vor
dem kleinen Kiosk, in dem Getränke, Süßigkeiten und Zigaretten
angeboten werden. Es gibt nichts zu tun für den Mann, der mit seiner
Familie vor einem Jahr Haus und Hof in der georgischen Region
Achalgori verlassen musste. Georgien hatte den Waffengang mit
Russland verloren, russische Truppen rückten vor, David
floh.
Seitdem schlägt er die Zeit tot im
Flüchtlingslager von Tserovani, einem Vorzeigecamp, in dem in mehr
als 2000 bescheidenen Häuschen rund 6000 Flüchtlinge leben. Davids
Familie, die Gattin und ein Nachkömmling - die vier erwachsenen
Kinder haben Unterschlupf in der nahe gelegenen Hauptstadt Tiflis
gefunden -, bewohnt eine Hütte mit zwei Zimmern, Wasser gibt es auf
der Straße, die sanitären Anlagen auch. Weiter vorn an der
Hauptstraße lebt der Musiker Koba mit seinen Eltern schon fast
luxuriös. Er nennt ein Häuschen mit Bad und Innentoilette sein
Eigen.
"Sehen Sie dort oben das eingezäunte Gelände?",
fragt einer der Umstehenden mit bitterem Unterton und zeigt auf eine
entfernte Anhöhe hinter dem Highway. "Das ist Präsident
Saakaschwilis Residenz. Von dort kann er auf diese Vorzeigesiedlung
schauen und das Gefühl genießen, alles für seine vertriebenen
Landsleute getan zu haben, die ohne seine Fehler noch in ihren
eigenen Häusern leben würden."
Die Begleiter von der EUMM, der vom deutschen
Botschafter Hans-Jörg Haber geleiteten Beobachtermission der
Europäischen Union, bestätigen: Tserovani ist geradezu ein Luxuscamp
im Vergleich zu anderen Lagern. Es gibt einen Kindergarten, eine
Schule und ein Einkaufszentrum sind im Bau. Die reichlich aus dem
Ausland, darunter aus der Europäischen Union, fließenden Mittel
machen es möglich. Stolz verkündeten die Repräsentanten der
Europäischen Kommission in Tiflis, dass der georgischen Regierung
allein für die Lösung des Unterkunftsproblems der Neu-Flüchtlinge
2008 und 2009 insgesamt 61,5 Millionen Euro zugeflossen
sind.
30,000 Georgier haben im Verlauf der Kämpfe im
vergangenen August ihr Heim verloren und sind auf Hilfe und Obdach
angewiesen. Sie werden gut versorgt. Mischa, wie die Georgier ihren
Präsidenten nennen, die ihn nicht mögen, fühle gegenüber diesen
Flüchtlingen wohl eine besondere Verantwortung. Sie sind so etwas
wie Flüchtlinge erster Klasse.
Den anderen 240,000, die bereits vor 17 Jahren
nach einem missglückten militärischen Abenteuer der Georgier
Abchasien fluchtartig verlassen mussten, geht es weitaus schlechter.
Sie leben bis heute in menschenunwürdigen Behausungen. Überbelegung
und katastrophale sanitäre Bedingungen machen ihnen das Leben zur
Hölle. Allerdings soll sich das jetzt ändern. Eine
Regierungskommission will dafür sorgen, dass jede
Alt-Flüchtlingsfamilie alsbald eine eigene Wohnung
erhält.
So unterschiedlich die Schicksale und
Lebensbedingungen der Flüchtlinge auch sein mögen, eine
Gemeinsamkeit haben sie. Sie alle nähren die Illusion, dass sie
irgendwann - vielleicht schon morgen, vielleicht in einem Jahr -
wieder in ihre Heimat zurückkehren können. "Die Regierung hilft uns
zwar sehr, aber wir wollen bald wieder nach Hause", sagt die
45-jährige Tschetschino, die aus einem georgischen Dorf in der Nähe
von Zchinwali in Südossetien geflohen ist. Sehnsuchtsvoll blickt sie
im Flüchtlingscamp im Dorf Metechi nach Norden, wo ihr Heimatdorf
liegt. Eine Illusion, die Präsident Michail Saakaschwili bewusst
schürt, wenn er nach seiner vernichtenden Niederlage im Krieg gegen
Russland verspricht, die verlorenen Provinzen Abchasien und
Südossetien wieder in den georgischen Staatsverband zurückholen zu
wollen. Die Neu-Flüchtlinge glauben das erst seit einem Jahr, die
"Alten" bereits seit siebzehn Jahren. Sie haben gar nicht
wahrgenommen, dass das russische Veto im Sicherheitsrat den Einsatz
der UN-Mission in Georgien (Unomig) beendet hat und dass die
Abtrennung der Provinzen nun für lange Zeit zementiert
ist.
"Das ist nicht das Ende der Welt, man sollte das
nicht überdramatisieren", wiegelt der UN-Diplomat Johan Verbeke ab.
Der Sondervertreter des UN-Generalsekretärs in Georgien gibt zwar
zu, dass sich mit dem in zwei bis drei Monaten erfolgenden
endgültigen Abzug der UN-Mission die Sicherheitslage wohl
verschlechtern werde, "aber ich sehe keine Vorbereitung auf einen
neuen Krieg".
Präsident Saakaschwili stimmt dem für die
georgische Seite zu, "aber wer weiß schon, was im Hirn von Putin
vorgeht?", pflegt er seine persönlichen Hassgefühle. Er nutzt die
Anwesenheit einer internationalen Journalistengruppe zu einer seiner
theatralischen Inszenierungen. Stundenlang werden die Journalisten
durchs Land gekarrt, um dann bei Telavi zunächst Augenzeugen eines
Treffens des Landesherrn mit Weinbauern in freier Wildbahn zu
werden.
In einem Helikopter geht es dann in die
aufwendig rekonstruierte Vorzeigestadt Sirnari, wo Saakaschwili in
einem zweistündigen Stakkato zweifelhafter Behauptungen kritische
Fragen erstickt.
Knapp ein Jahr nach dem Krieg gegen Russland ist
die offizielle Lesart nun, die georgische Armee habe in Südossetien
einmarschieren müssen, um die Okkupation ganz Georgiens durch
russische Truppen zu vereiteln. Der berüchtigte Befehl Nr. 2, in dem
General Mamuka Kuraschwili den Angriff der georgischen Armee auf
Südossetien als "Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung"
bezeichnet hatte, ist verschwunden.
Sollte die EU in ihrem in Vorbereitung
befindlichen Bericht über die damaligen Ereignisse zu für
Saakaschwili unerfreulichen Schlüssen kommen, sei das für ihn kein
Anlass für Konsequenzen. "Das interessiert mich nicht, wir sind hier
in Georgien", spreizt sich der Mann, dessen politische Existenz
durch Gelder der EU stabilisiert wird.
Sie bröckelt dennoch, seit Monaten protestiert
die Opposition im Zentrum von Tiflis und fordert mal seinen
Rücktritt, mal Neuwahlen. Die Oppositionspolitikerin und ehemalige
Parlamentssprecherin Nino Burdschanadse lastet ihm die Schuld für
die niederschmetternden Kriegsergebnisse an und beschuldigt ihn, die
georgische Wirtschaft und "alle westlichen Werte, die für Georgien
so wichtig sind", zu zerstören.
In seiner Residenz oben über der Stadt grummelt
der von Saakaschwili aus dem Amt gejagte greise Ex-Präsident Eduard
Schewardnadse: "Er sollte zurücktreten."
21.06.2009 WELT
ONLINE
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| Georgischer Überläufer:
Saakaschwili plant neuen Krieg |
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Moskau, Die
Regierung in Tiflis plant einen neuen Krieg, behauptet der
georgische Überläufer Alik Bschania zur Begründung seiner Flucht
nach Russland.
Präsident Michail Saakaschwili gehe den alten
Weg und wolle erneut einen Krieg gegen Abchasien und Südossetien
beginnen. „Ich will und werde nicht gegen Russland, gegen meine
Brüder kämpfen“, so Bschania am Freitag in Moskau.
Er kenne viele georgische Marineoffiziere, die
mit Saakaschwilis Kurs ebenfalls nicht einverstanden seien. Sie
seien aber gezwungen zu schweigen: „Wenn jemand ein Wort darüber
verliert, wird er gleich aus dem Dienst rausgeschmissen und landet
im Knast“.
Man dürfe in Georgien überhaupt „nichts sagen“,
Telefongespräche würden abgehört, so Bschania.
Das russische Verteidigungsministerium hatte am Donnerstag bestätigt, dass
Leutnant Bschania aus Georgien nach Russland geflüchtet war. Er habe
um Asyl gebeten.
19.06.2009 RIA
Novosti
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| UN-Beauftragter erörtert in
Abchasien Abzug der UN-Mission |
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Suchum, Der
UN-Sonderbeauftragte für Georgien, Johan Verbeke, erörtert am
Freitag in Abchasien den Abzug der UN-Beobachter, nachdem das Mandat
für deren Mission wegen Moskaus Vetos im Weltsicherheitsrat nicht
verlängert wurde.
In der abchasischen Hauptstadt Suchum trifft er
mit Republikchef Sergej Bagapsch und Außenamtschef Sergej Schamba
zusammen.
"Angesichts der Schließung der Mission bin ich
heute hier nicht als Chef der UN-Mission, dennoch müssen wir an
Fragen arbeiten, die mit dem Einfrieren der Mission verbunden sind.
Das Wort Auflösung mag ich nämlich nicht", sagte Verbeke.
"Mit großem Bedauern muss ich feststellen, dass
alle unsere Bemühungen um die weitere Präsenz der UN-Mission in
Abchasien im UN-Sicherheitsrat nicht die notwendige Unterstützung
und Verständnis gefunden haben, was auch zu ihrer Schließung geführt
hat", erwiderte Schamba.
Er verwies darauf, dass es Abchasiens Führung
mehrmals gelungen ist, weitere Spannungen im Konfliktgebiet mittels
Kompromissen und Dialog zu vermeiden, der dank der UN-Mission
möglich geworden sei.
"Sie musste unter komplizierten Bedingungen
arbeiten, wo der Verhandlungsprozess faktisch abgebrochen und später
infolge von aggressiven Schritte der Führung Georgiens überhaupt
zerstört wurde", sagte Schamba.
Der am Montag von Österreich, Kroatien,
Deutschland, Frankreich, der Türkei, Großbritannien und den USA
eingebrachte Resolutionsentwurf hatte eine Verlängerung des Mandats
für die UN-Mission um zwei Wochen bis zum 30. Juni
vorgesehen.
Der Resolutionsentwurf enthielt einen Hinweis
auf die drei vorangegangenen Resolutionen des UN-Sicherheitsrates zu
diesem Thema, einschließlich der Resolution 1808 vom 15. April 2008,
in der die territoriale Integrität Georgiens bestätigt wurde. Moskau
und Suchum sind gegen diese Hinweise, die eine Zugehörigkeit
Abchasiens zu Georgien voraussetzen würden.
Für den Resolutionsentwurf stimmten die sieben
Staaten, die den Entwurf vorgelegt hatten. China, Vietnam, Libyen
und Uganda enthielten sich der Stimme und Russland wies den Entwurf
mit seinem Veto-Recht ab.
Somit mussten die UN-Beobachter in den
georgisch-abchasischen Pufferzonen ihre Mission am 16. Juni beenden.
Gemäß UN-Praxis werden für den Abzug einer Mission üblicherweise
drei Monate zur Verfügung gestellt.
19.06.2009 RIA
Novosti
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| Nach Aus für UN-Mission in
Georgien: UN-Beauftragter reist nach Abchasien |
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Suchum, Der
UN-Sonderbeauftragte für Georgien, Johan Verbeke, reist am heutigen
Freitag in die abchasische Hauptstadt Suchum.
Das erfuhr RIA Novosti vom Außenministeriums der
Republik Abchasien.
In der Nacht zum Mittwoch war das Mandat für die
UN-Beobachtungsmission im georgisch-südossetischen Konfliktraum
abgelaufen.
Geplant ist ein Treffen des UN-Diplomaten mit
Abchasiens Außenminister Sergej Schamba.
In einem Schreiben, das Schamba vor einigen
Tagen an UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon geschickt hat, schloss die
abchasische Seite eine weitere partnerschaftliche Zusammenarbeit mit
der UNO nicht aus. Es wurde außerdem betont, dass sich die Führung
Abchasiens der wichtigen Rolle der UNO bei der Aufrechterhaltung des
Friedens und der Sicherheit in der ganzen Welt bewusst
ist.
19.06.2009 RIA
Novosti
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| Russland für Verlängerung
der OSZE-Beobachtungsmission in Georgien |
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Wien, Russland
tritt für eine Verlängerung der Beobachtungsmission der Organisation
für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) im Südkaukasus
ein.
Insbesondere sei die Präsenz der
Militärbeobachter in den an Südossetien anliegenden Regionen
notwendig, um eine erneute Aggression Georgiens gegen seine Nachbarn
zu verhindern, sagte der russische OSZE-Botschafter Anwar Asimow am
Donnerstag. Nach seinen Worten ist Russland bereit, über neue
Mandate der Beobachter zu verhandeln, die den neuen
völkerrechtlichen und politischen Realitäten im Südkaukasus Rechnung
tragen sollen.
Asimow verwies darauf, dass das jetzige Mandat
der in den an Südossetien anliegenden georgischen Gebieten
eingesetzten Militärbeobachter am 30. Juni ablaufe. „Russland tritt
nach wie vor für eine Verlängerung der Arbeit der Organisation in
Georgien und Südossetien ein.“
Als das Mandat der OSZE-Mission in Georgien im
Dezember 2008 abgelaufen war, stimmte Russland deren Verlängerung
unter dem Vorbehalt zu, dass die Herausbildung der zwei neuen
Staaten, Abchasien und Südossetien berücksichtigt werde, sagte
Asimow. Die Verlängerung sei an der „nicht konstruktiven Position
einiger Partner“ gescheitert, die auf den Formulierungen über die
territoriale Einheit Georgiens beharrt hätten.
18.06.2009 RIA
Novosti
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| Die
meisten EU-Experten geben Saakaschwili Schuld an Fünf-Tage-Krieg im
Kaukasus |
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Berlin, Die
meisten Experten der internationalen Kommission der Europäischen
Union (EU) sind der Ansicht, dass der Kaukasus-Krieg im August 2008
vom Präsidenten Georgiens, Michail Saakaschwili, entfesselt wurde.
Das geht aus vertraulichen Dokumenten der
Kommission hervor, die dem deutschen Nachrichten-Magazin Der Spiegel
vorliegen. Die von der schweizerischen Kaukasus-Expertin Heidi
Tagliavini geleitete Kommission klärt die Umstände des
Fünf-Tage-Krieges in Südossetien.
Die Dokumente führten vor Augen, dass die
Kommissionsmitglieder ebenso wie die internationale Gemeinschaft es
nicht leicht haben, die konkreten Schuldigen zu nennen. Aber die
meisten neigten doch dazu, dass der Krieg von Präsident Saakaschwili
begonnen worden sei, als er am 7. August Südossetien überfallen
habe, schreibt Der Spiegel in seiner jüngsten Ausgabe.
Die Tagliavini vorliegenden Fakten widerlegten
Saakaschwilis Behauptung, dass sein Land "unschuldiges Opfer einer
russischen Aggression" geworden sei. Es gebe auch keine Beweise für
Saakaschwilis Version, nach der am 7. August eine Kolonne von 150
russischen Panzern nach Südossetien umdisloziert worden sei. Nach
Expertenangaben war die russische Armee erst am 8. August in
Südossetien registriert worden. Indes habe Saakaschwili am 7. August
12 000 Soldaten und 75 Panzer an der Grenze zu Südossetien
zusammengezogen.
Ende Juni solle Tagliavini ihren Bericht dem
EU-Ministerrat zur Diskussion vorlegen, so Der Spiegel.
In der Nacht zum 8. August 2008 hatte die
georgische Armee die südossetische Hauptstadt Zchinwal überfallen
und größtenteils zerstört. Zum Schutz der eigenen Friedenssoldaten
und der Zivilbevölkerung Südossetiens griff Russland militärisch
ein. Nach fünftägigen Kämpfen wurde das georgische Militär aus der
Region verdrängt. Ende August 2008 erkannte Russland Südossetien
sowie die Schwarzmeer-Republik Abchasien als von Georgien unabhängig
an. Daraufhin brach Tiflis die diplomatischen Beziehungen zu Moskau
ab und erklärte die beiden abtrünnigen Regionen zu seinen
"okkupierten Territorien".
Die internationale Kommission der EU zur Klärung
der Umstände des Krieges nahm ihre Tätigkeit offiziell im Dezember
2008 auf.
17.06.2009 RIA
Novosti
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| Abchasien schließt neue Formen der
Zusammenarbeit mit UNO nicht aus |
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Suchum,
Abchasiens Außenminister Sergej Schamba schließt neue Formen der
Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen nach der gescheiterten
Verlängerung des Mandats der UN-Mission im Kaukasus nicht aus.
"Abchasien weiß die große Rolle der UNO bei der
Erhaltung von Frieden und Sicherheit in aller Welt zu schätzen. In
diesem Zusammenhang hofft die abchasische Führung auf die weitere
partnerschaftliche Kooperation (mit der UNO)", heißt es in einem am
Mittwoch in der abchasischen Hauptstadt Suchum veröffentlichten
Schreiben Schambas an UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon.
"Im Zusammenhang mit der Beendigung der Mission
der Vereinten Nationen auf dem Territorium Abchasiens möchten wir
uns für die geleistete Arbeit und Unterstützung bedanken, die
unserer Republik in der komplizierten Zeit erwiesen wurde." Schamba
würdigte den "unschätzbaren Beitrag", den die UN-Mission zur
Erhaltung von Stabilität und Sicherheit auf dem Territorium
Abchasiens geleistet hatte.
"In dem Bestreben, die Mission zu erhalten,
hatte Abchasien angesichts der komplizierten Situation verschiedene
Kompromisse vorgeschlagen ... Aber einige Mitgliedsländer des
Weltsicherheitsrates bestanden auf dem alten Format der Mission und
beriefen sich dabei auf die Resolution 1808, die im April 2008, noch
vor der georgischen Invasion Abchasiens, angenommen wurde, die die
reale Situation in der Region krass geändert hatte", schrieb
Schamba.
Der abchasische Außenminister warf einigen
Ländern vor, das in der UN-Charta festgeschriebene Basisprinzip der
Einhaltung der Selbstbestimmungsrechte der Völker verletzt zu haben.
"Da der jüngste Resolutionsentwurf darauf gerichtet war, die
Existenz Abchasien als eines Staates nicht anzuerkennen, konnten wir
dieses Dokument auf gar keinen Fall akzeptieren", betonte Schamba.
Am vergangenen Dienstag war das Mandat der
UN-Mission in der Region Georgiens und Abchasiens abgelaufen, weil
der Weltsicherheitsrat es nicht verlängern konnte. Für den von
sieben westlichen Ländern eingebrachten Resolutionsentwurf stimmten
zehn Länder bei vier Enthaltungen (China, Vietnam, Libyen und
Uganda). Russland machte von seinem Vetorecht Gebrauch.
Üblicherweise werden UN-Missionen im Laufe von bis zu drei Monaten
abgezogen.
17.06.2009 RIA
Novosti
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| Kaukasus-Sicherheitsgespräche ohne Abchasen und
Südosseten undenkbar - Diplomat |
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Wien, Die Einwohner von
Abchasien und Südossetien sollen unmittelbar an der Ausarbeitung
neuer Mechanismen zur Gewährleistung der Stabilität und Sicherheit
in der Kaukasus-Region teilnehmen.
Das erklärte der russische OSZE-Botschafter
Anwar Asimow am Mittwoch in Wien in einer Sitzung des Ständigen
Rates der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa
(OSZE).
"Wir bedauern aufrichtig, dass die heutige
Sitzung vor dem Hintergrund der Einstellung der OSZE- und der
UN-Mission (im Kaukasus) stattfindet. Russland hatte alles daran
gesetzt, in Wien und New York gegenseitig annehmbare und vernünftige
Kompromisse auszuhandeln, die den Erhalt der internationalen
Beobachter-Missionen angesichts der neuen Realitäten in
Transkaukasien infolge des militärischen Abenteuers der georgischen
Führung vom August 2008 sichern würden."
Am vergangenen Dienstag war das Mandat der
UN-Mission in der Region Georgiens und Abchasiens abgelaufen, weil
der Weltsicherheitsrat es nicht verlängern konnte. Für den von
sieben westlichen Ländern eingebrachten Resolutionsentwurf stimmten
zehn Länder bei vier Enthaltungen (China, Vietnam, Libyen und
Uganda). Russland machte von seinem Vetorecht Gebrauch.
Üblicherweise werden UN-Missionen im Laufe von bis zu drei Monaten
abgezogen.
Asimow zufolge war Russland immer davon
ausgegangen, dass eine Stabilisierung der Lage an der
georgisch-südossetischen und der georgisch-abchasischen Grenze, die
Förderung von Verhandlungen zwischen Tiflis, Zchinwal und Suchum
sowie die Gewährleistung strikter Garantien für die Nichtanwendung
von Gewalt der einzig mögliche Weg zur Wiederherstellung von
Vertrauen und normalen Beziehungen Georgiens zu den beiden bereits
unabhängig gewordenen Nachbarländern sind.
"Die neue politische und rechtliche Landschaft
macht neue Mechanismen zur Förderung der Stabilität und Sicherheit
in dieser sensiblen Region erforderlich, auch wenn dies manch einem
nicht gefällt. Diese Mechanismen müssen unter unmittelbarer
Teilnahme der Abchasen und Südosseten geschaffen werden ... Das ist
unsere prinzipielle Position, um die nicht zu feilschen ist",
betonte Asimow.
17.06.2009 RIA
Novosti
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| Russlands Generalstabschef: Georgien hofft auf
gewaltsame Lösung des Territorialproblems |
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Le Bourget, Georgien verstärkt
weiterhin seine Streitkräfte, um das Territorialproblem mit
Waffengewalt zu lösen. Das behauptete Armeegeneral Nikolai Makarow,
Russlands Generalstabschef, am Mittwoch in einem
RIA-Novosti-Gespräch.
"Georgien gibt sein Säbelgerasseln und auch seine Versuche nicht auf, das
Territorialproblem mit allen Mitteln zu lösen", sagte Makarow.
Nach dem Versuch einer georgischen Aggression
gegen Südossetien im August 2008 hatte Russland die Unabhängigkeit
Südossetiens und Abchasiens anerkannt. Tiflis erklärte diese Gebiete zu
okkupierten Territorien. Wie Georgiens Führung behauptet, wird es
sich mit dem Verlust dieser Regionen niemals abfinden.
17.06.2009 RIA
Novosti
|
| Russlands Stützpunkte in Abchasien und
Südossetien werden kleiner sein als geplant |
|
Le
Bourget,
Russlands Generalstab hat vor, die zahlenmäßige Stärke der
russischen Militärstützpunkte in Abchasien und Südossetien zu
reduzieren.
Das teilte Russlands Generalstabschef
Armeegeneral Nikolai Makarow am Mittwoch in Le Bourget mit.
Zuvor hatte der Generalstab vor, jeweils 3700
Armeeangehörige auf den Stützpunkten in Südossetien und in Abchasien
zu stationieren.
"Die Kopfstärke wird etwas reduziert, weil die
ursprünglich angegebene Zahl wahrscheinlich zu hoch ist", sagte er
in einem RIA-Novosti-Gespräch.
"Abchasien und Südossetien haben ihre
Streitkräfte, die ihre Aufgaben lösen müssen. Unsere Truppen
befinden sich dort im Interesse einer Stabilisierung der Lage in
diesen Regionen und des Schutzes der territorialen Integrität der
neuen unabhängigen Staaten Südossetien und Abchasien. Deshalb wird
das dortige Truppenkontingent nicht groß sein."
Die Frist für die Eröffnung der russischen
Stützpunkte in Südossetien und Abchasien bleibe unverändert. "Bis
Ende dieses Jahres müssen wir die beiden Stützpunkte - im
abchasischen Gudauta und bei Zchinwal in Südossetien -
einrichten."
17.06.2009 RIA
Novosti
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| Russland will nach UN-Abzug mit EU-Mission in
Abchasien kooperieren |
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Suchum, Nach
seinem Veto gegen die Verlängerung des Mandats für die UN-Mission im
georgisch-abchasischen Krisengebiet hat sich Russland bereit
erklärt, mit den dort eingesetzten EU-Beobachtern aktiver zu
kooperieren.
Russland habe zwar seine Zweifel daran, ob sich
die EU-Mission bei einem neuen Angriff Georgiens als effizient
erweisen würde, betrachte sie jedoch als wichtigen Dämpfer. „Wir
sind bereit, mit der EU auf diesem Gebiet aktiver zu kooperieren.
Das betrifft auch die Verhinderung von Zwischenfällen“, erklärte das
russische Außenministeriums am Dienstag.
Russland hatte am Montag die Verlängerung des
Mandats der UN-Mission im georgisch-abchasischen Krisengebiet
blockiert. Der
von den USA und einigen weiteren westlichen Ländern im
UN-Sicherheitsrat eingebrachte Resolutionsentwurf scheitere am
russischen Veto.
Dieser Resolutionsentwurf berücksichtige nicht,
dass Abchasien kein Teil Georgiens mehr sei, und sei somit nicht
akzeptabel, betonte der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin.
Um 06.00 Uhr MEZ am Dienstag sei deshalb Schluss
mit den UN-Beobachtungen im georgisch-abchasischen Krisengebiet, es
beginne der „bürokratische Abbau“ der Mission. Gewöhnlich dauere
dieser Vorgang drei Monate, sagte der russische UN-Botschafter.
Der abchasische Präsident Sergej Bagapsch
begrüßte Russlands Entscheidung. „Abchasiens Staatschef bedauert,
dass der dem UN-Sicherheitsrat vorgelegte Resolutionsentwurf die
Interessen der abchasischen Seite ignoriert, und dankt Russland für
das eingelegte Veto“, sagte Bagapschs Sprecher Kristian Bzhania am Dienstag.
16.06.2009 RIA Novosti
|
| UN-Mission in Georgien und Abchasien beendet
ihre Tätigkeit |
|
Moskau, , Der
UN-Sicherheitsrat konnte sich in seiner Sitzung am Montag (Ortszeit)
über die Verlängerung des Mandats der UN-Mission in Georgien und
Abchasien nicht einige, die somit am 16. Juni aufgelöst wird.
Das geht aus der am Dienstag veröffentlichten
Mitteilung des amtlichen Sprechers des UN-Generalsekretärs hervor.
Die in Georgien und Abchasien eingesetzte
UN-Mission hat am Dienstag um 06:00 Uhr MESZ ihre Tätigkeit
eingestellt.
Für die Resolution über die Verlängerung des
Mandats der UN-Mission, die von sieben Ländern, einschließlich der
USA, Großbritanniens und Frankreichs, angeregt worden war, hatten
zehn Staaten votiert.
Weitere vier Staaten: China, Vietnam, Libyen und
Uganda hatte sich der Stimme enthalten. Russland, das ein Vetorecht
besitzt, stimmte dagegen.
"Der Generalsekretär wird seinen
Sonderbeauftragten in Bezug auf alle notwendigen Maßnahmen zur
Einstellung der Tätigkeit der UN-Mission in Georgien ab dem 16. Juni
instruieren", heißt es in der Mitteilung.
Laut dem Dokument äußert Ban Ki-Moon sein Bedauern darüber, dass der
UN-Sicherheitsrat trotz der ihm vorgelegten "realistischen und
praktischen Vorschläge, die auf die Stabilisierung der Situation in
der Region ausgerichtet sind", keine Einigung zu diesem Problem
hatte erzielen können.
16.06.2009 RIA Novosti
|
| Abchasien feilt an Militärabkommen mit
Russland |
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Suchum, Die
Regierung Abchasiens erörtert derzeit den Entwurf eines Vertrags
über militärische Zusammenarbeit mit Russland. Das teilte der
abchasische Außenminister Sergej Schamba am Dienstag in der
Hauptstadt Suchum mit.
Das Papier werde sowohl im Präsidialamt als auch
im Parlament und in dem beim abchasischen Staatschef bestehenden
Zentrum für strategische Studien diskutiert.
Der russische Präsident Dmitri Medwedew hatte
das Verteidigungsministerium und das Außenministerium seines Landes
beauftragt, mit Abchasien und Südossetien, Verträge über
militärische Zusammenarbeit abzuschließen. Die Vereinbarungen sollen
unter anderem den Bau von Militärstützpunkten in dem jeweiligen
Partnerland sowie eine gemeinsame Luftverteidigung und einen
gemeinsamen Grenzschutz vorsehen. Die abchasische Opposition fordert
eine öffentliche Debatte zu dem Dokument.
16.06.2009 RIA Novosti
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| Russland appelliert an Sicherheitsrat:
UN-Mission im Kaukasus in der Schwebe |
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Moskau, Russland hat am Montag
den Weltsicherheitsrat aufgerufen, eine Lösung zur Verlängerung der
UN-Mission an der Grenze zwischen Georgien und Abchasien zu finden.
Das Mandat der UN-Mission läuft in der Nacht zum
morgigen Dienstag ab.
„Russland ruft seine Kollegen im
UN-Sicherheitsrat erneut auf, ihre politisierten Positionen zu
revidieren, welche die Interessen der Völker in Transkaukasien
ignorieren und die Stabilität in der Region in Frage stellen“, so
das Außenministerium in Moskau. Andernfalls würde „die ganze
Verantwortung für den Abbau der UN-Mission in Transkaukasien bei
unseren Partnern liegen.“
Der UN-Sicherheitsrat sollte bis 15. Juni eine
Resolution annehmen, welche das Mandat der Kaukasus-Mission
verlängert und möglicherweise neue Aufgaben stellt.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte am 18. Mai in seinem Bericht
zur Lage an der Grenze zwischen Georgien und Abchasien de facto ein
neues Sicherheitsregime in der Region angeregt.
Das russische Außenministerium verweist in
seiner heutigen Stellungnahme darauf, dass der im UN-Sicherheitsrat
vorgestellte Resolutionsentwurf die territoriale Einheit Georgiens
bekräftige und die Existenz Abchasiens als Staat leugne. Und das,
obwohl in der Region nach dem August-Konflikt neue Realitäten
bestehen. Georgiens Präsident Michail Saakaschwili habe mit seinem
„barbarischen Überfall“ auf Südossetien die territoriale Integrität
Georgiens durchkreuzt, während auf der Landkarte zwei neue Staaten
entstanden seien: Abchasien und Südossetien, hieß es.
„Das bisherige Mandat der UN-Mission wurde nach
der georgischen Aggression gegen Südossetien und dem daraufhin
erfolgten Ausstieg Georgiens aus dem Moskauer
Waffenstillstandsabkommen vom 14. Mai 1994 faktisch hinfällig."
Russland habe am 12. Juni 2009 einen Kompromissentwurf vorgestellt,
der konkrete Sicherheits- und Stabilitätsmaßnahmen an der
abchasisch-georgischen Grenze einschließlich UN-Überwachung vorsah.
„Am 14. Juni lehnten unsere westlichen Partner die von Russland
vorgeschlagene Kompromisslösung ab und sprachen sich für eine
Verlängerung des veralteten Mandats aus.“
Im vergangenen August hatte Georgien Truppen
nach Südossetien geschickt, um diese
zurückzuerobern. Der Angriff, bei dem die südossetische Hauptstadt Zchinwal weitgehend zerstört
wurde, kostete nach südossetischen Angaben Hunderte Zivilisten das
Leben. Zehntausende Südosseten mussten nach Russland fliehen.
Daraufhin entsandte Russland, das viele Jahre Garant der Waffenruhe
im Konfliktgebiet war, seine Truppen, um die georgische Armee aus
der Region zu drängen.
Nach dem Fünf-Tage-Konflikt erkannte Russland Südossetien
und Abchasien offiziell an. Georgien brach daraufhin die
diplomatischen Beziehungen mit Russland ab und erklärte Südossetien
und Abchasien zu besetzten Gebieten.
15.06.2009 RIA Novosti
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| Medwedew: Kein Dialog mit kriminellem Regime in
Tiflis |
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Moskau, Russland wird
Präsident Dmitri Medwedew zufolge erst nach einem Machtwechsel in
Georgien einen Dialog mit diesem Land führen können.
„Wir sind der Ansicht, dass das jetzige Regime
in Georgien ein Verbrechen begangen hat, und werden mit ihm nichts
zu tun haben“, betonte Medwedew in seinem Interview für das
chinesische Fernsehen. „Natürlich wären wir bereit, auf die
Erörterung verschiedenster Fragen zurückzukommen, sobald in Georgien
früher oder später Wahlen stattfinden und sobald das georgische Volk
eine neue Führung wählt, die fähig wäre, einen freundschaftlichen
Dialog mit Russland und den nächsten Nachbarn des georgischen
Staats, den Völkern Südossetiens und Abchasiens, zu führen.“
Ende Sommer 2008 hatte Russland die
Unabhängigkeit der bisherigen georgischen Provinzen Abchasien und
Südossetien anerkannt. Zuvor hatte die georgische Armee in der Nacht
zum 8. August 2008 Südossetien angegriffen und einen Teil der
südossetischen Hauptstadt Zchinwal zerstört. Russland nahm die
Südosseten, die zu einem großen Teil russische Pässe besitzen, in
Schutz und schickte seine Truppen in die umkämpfte Republik. Nach
fünf Tagen wurden die georgischen Truppen aus der Region verdrängt.
„Alles, was geschah, war nach meiner Meinung als
Präsident der Russischen Föderation eine Folge der
unverantwortlichen und verbrecherischen Politik, die die georgische
Führung damals betrieben hat“, so Medwedew. „Hätte es diese
kopflosen Handlungen nicht gegeben, hätte sich das Leben anders
entwickeln können.“
Auf die Haltung Washingtons zur Situation um
Südossetien angesprochen, sagte Medwedew, dass die USA eine recht
harte Position dazu bezogen haben. „Letzten Endes ist das ihre
Angelegenheit. Wir haben unsere Entscheidung selbständig getroffen,
ohne damit zu rechnen, dass uns jemand unterstützen würde, weil dies
unsere humanitäre und, wenn man so will, moralische Pflicht war in
dieser Situation.“
Der Beschluss über die Anerkennung der
Unabhängigkeit Südossetiens und Abchasiens sei für Russland
unumkehrbar. „Wir erweisen heute diesen beiden neuen Staaten
wirtschaftliche, humanitäre und militärtechnische Hilfe und werden
das auch weiter tun, egal, ob das jemandem gefällt oder nicht. Das
ist unsere Entscheidung, und wir werden uns damit befassen.“
„Dennoch sind wir natürlich bereit, alle Fragen
mit unseren Partnern zu diskutieren, die mit der gesamten
Sicherheitssituation im Kaukasus verbunden sind“, fügte Medwedew
hinzu.
15.06.2009 RIA Novosti
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| Lawrow: Kein Druck auf Minsk
für Anerkennung Südossetiens und Abchasiens |
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Moskau, Russland hat niemals ein Junktim
zwischen einer Anerkennung der Unabhängigkeit Abchasiens und
Südossetiens und der Zusammenarbeit mit Weißrussland
hergestellt.
Das sagte Russlands Außenminister Sergej Lawrow
am Dienstag nach seinen Verhandlungen mit seinem weißrussischen
Amtskollegen Sergej Martynow in Moskau.
„Wir haben niemanden um eine Anerkennung von
Südossetien und Abchasien gebettelt und werden das auch niemals
tun“, sagte Lawrow in seiner Stellungnahme zur Äußerung des
weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko, Russland mache
einen Hilfskredit von der Anerkennung der beiden Republiken
abhängig.
„Weißrusslands Führung selbst hat bekannt
gegeben, diese Frage werde in Übereinstimmung mit dem weißrussischen
Gesetz behandelt“, fügte Lawrow hinzu. „Wir haben völligen Respekt
vor den Verfassungsprozeduren Weißrusslands und haben dieses Thema
niemals mit Fragen des praktischen Zusammenwirkens zwischen unseren
beiden Staaten in Verbindung gebracht.“
Es seien “andere“ gewesen, die von solchen
„Junktims“ sprachen, so Lawrow. „Ich meine unter anderem die
Aussagen einiger EU-Offizieller, die eine Einladung Weißrusslands in
die Ostpartnerschaft unverhüllt von seinem Verzicht auf eine
Anerkennung Südossetiens und Abchasiens abhängig gemacht haben.“ Auf
die an Drohungen grenzenden Erklärungen habe Moskau keine Reaktion
gehört, so der russische Chefdiplomat.
Sein Amtskollege Sergej Martynow betonte
seinerseits: „Weißrussland akzeptiert keine Formen von Junktim und
Kuhhandel, was unser Staatschef mehrmals unterstrichen
hat.“
09.06.2009 RIA
Novosti
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| Russlands Generalstab:
Georgien besser als vor Krieg bewaffnet |
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Moskau, Der
russische Generalstabchef Nikolai Makarow hat den georgischen
Streitkräften einen höheren Rüstungsstand als vor dem
Südossetien-Krieg attestiert.
„Die Entwicklung in Georgien hat die Lage im
Süden Russlands sowie viele Aspekte der Weltpolitik deutlich
geändert. Heute verfügen die georgischen Streitkräfte über mehr
Militärtechnik und Waffen, als sie vor ihrer Aggression im August
2008 hatten“, sagte Makarow am Freitag. s. Fotostrecke:
Zurückgelassene georgische Panzer und Waffen
Der russische Nato-Botschafter Dmitri Rogosin
sagte unterdessen im Radiosender „Echo Moskwy“, Georgien werde heute
auf jemandes Willen weiter militarisiert, obwohl das Regime
Saakaschwili nach wie vor Pläne für einen bewaffneten Kampf gegen
Abchasien und Südossetien hege.
Ende März hatte
Russlands Generalstab zugegeben, die georgische Luftabwehr
während des Südossetien-Krieges unterschätzt zu haben. Darauf sei
etwa der Abschuss eines russischen Langstreckenbombers mit einem aus
der Ukraine gelieferten Fla-Komplex zurückzuführen. s. Fotostrecke
über russische Bomber und Fotostrecke
über Luftabwehrsysteme.
Eine Untersuchungskommission des ukrainischen
Parlaments behauptete,
Kiew habe Tiflis auch nach dem Krieg mit Waffen
beliefert.
05.06.2009 RIA
Novosti
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| Rosneft tüftelt an
Ölförderprojekt in Abchasien |
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St. Petersburg,
Der Chef des größten Ölförderers Rosneft in Russland, Sergej
Bogdantschikow, hat über die Pläne für die Erschließung des
abchasischen Schelfs, den Finanzzustand des Konzerns und seine
Ölpreis-Prognosen informiert.
Innerhalb von drei Monaten wolle Rosneft einen
Plan für die seismologische Erkundung vorlegen, sagte Bogdantschikow
am Freitag am Rande des Internationalen Wirtschaftsforums in St.
Petersburg.
Rosneft wolle ein Unternehmen für die Arbeiten
am Schelf und ein weiteres für den Ausbau des Tankstellennetzes in
Abchasien gründen, hieß es. Der russische Staatskonzern und
Abchasien hatten im Mai ein Abkommen über die Erschließung des
Schelfs geschlossen.
Bogdantschikow sagte weiter, seinem Konzern
mangle es in diesem Jahr nicht an Geld: „Wir planen keine besonderen
Anleihen“.
Rosneft gehe bei seinen Jahresplänen von einem
Ölpreis 50 Dollar pro Barrel aus und sehe vorerst keine Gründe,
diesen Ansatz zu ändern. Innerhalb des Jahres klettere der Preise
möglicherweise auf 60 bis 70 Dollar, im Jahresdurchschnitte betrage
er aber rund 50 Dollar pro Barrel.
05.06.2009 RIA
Novosti
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| Lukaschenko: Anerkennung
Abchasiens und Südossetiens lässt sich nicht kaufen |
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Minsk, Minsk
wird selbständig über eine Anerkennung der Unabhängigkeit der
Republiken Abchasien und Südossetien entscheiden und seine Position
dazu nicht „erkaufen lassen“. Das erklärte Weißrusslands Präsident
Alexander Lukaschenko in einem Interview für die Chefredakteure
mehrerer russischer Printmedien.
Wie Lukaschenko behauptete, haben ihm seine
russischen Partner ein Ultimatum gestellt: Weißrussland werde einen
russischen Kredit in Höhe von 500 Millionen Dollar bekommen, wenn es
die Unabhängigkeit dieser Republiken anerkennt, erfuhr RIA Novosti
im Pressedienst des weißrussischen Staatschefs.
„Wir wollen unsere Positionen nicht verkaufen“,
sagte Lukaschenko. „So etwas hat es in unserer Geschichte nicht
gegeben und wird es auch nicht geben. Wir werden diese Frage selbst
regeln. Um so mehr, als wir uns mit Abchasiens Republikchef Sergej
Bagapsch geeinigt haben. Danach haben wir uns mit (Südossetiens
Republikchef) Eduard Kokoity getroffen. Sie haben keine Fragen an
uns und haben Verständnis für unsere Position.“
„Alle Führungspolitiker Russlands sagen mir:
Dazwischen gibt es keinen Zusammenhang. Es wäre gut, wenn ihr sie
anerkennt, es geht aber auch, wenn ihr das nicht tut. Ich weiß aber,
was von Weißrussland erwartet wird!.. Wir sind uns dessen bewusst,
dass Russland diese Anerkennung nicht schaden würde.“
Die Frage der Anerkennung der Unabhängigkeit der
beiden Republiken war Anfang April in den Entwurf der Tagesordnung
der Frühjahrstagung des weißrussischen Parlaments nicht aufgenommen
worden. Die Führung des Repräsentantenhauses der Nationalversammlung
hat jedoch erklärt, sie könne diese Frage jeden Moment auf die
Tagesordnung setzen.
Zuvor hatte Lukaschenko mitgeteilt, dass die
Entscheidung zu dieser Frage vom weißrussischen Parlament getroffen
werde.
Die Anträge beider Republiken auf eine
Anerkennung ihrer Unabhängigkeit waren dem weißrussischen Parlament
Ende 2008 vorgelegt worden.
Moskau hatte die Unabhängigkeit Abchasiens und
Südossetiens Ende August 2008 anerkannt, später schloss sich auch
Nicaragua der Anerkennung an.
05.06.2009 RIA
Novosti
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| Nächste Genfer Diskussionen
zu Transkaukasien für 11. Juni vorgesehen |
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Wien, Das
nächste Treffen am Rande der Genfer Diskussionen zu Transkaukasien
ist für den 11. Juni dieses Jahres geplant.
Das teilte der russische Vizeaußenminister
Grigori Karassin am Donnerstag in einer Sitzung des Ständigen Rates
der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE)
mit.
Karassin zufolge haben die fünf seit Oktober
2008 stattgefundenen Diskussionsrunden gezeigt, dass sich solche
Treffen ungeachtet der bestehenden wesentlichen
Meinungsverschiedenheiten in den Positionen der Teilnehmer als
nützlich erweisen können.
„Unter den Bedingungen der fortbestehenden
Spannungen in den Zonen, die an Südossetien und Abchasien anliegen,
ermöglichen die Genfer Diskussionen, diesen Spannungen durch den
Informationsaustausch und die gemeinsame Erörterung von für alle
annehmbaren Vertrauens- und Sicherheitsmaßnahmen die Schärfe zu
nehmen“, sagte Karassin.
Er hob hervor, dass die direkte Teilnahme von
Vertretern Abchasiens und Südossetiens an den Diskussionen eine
Gewähr für die Lebensfähigkeit von Genf sei.
04.06.2009 RIA
Novosti
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| Georgiens Opposition will
Abchasien und Südossetien zurück |
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Tiflis, Die
georgische Opposition, die seit zwei Monaten mit Massenprotesten den
Rücktritt des Präsidenten fordert, hat ihre Versprechungen für den
Fall des Sieges in einer Charta verankert.
Achtzehn oppositionelle Parteien unterzeichneten
am Mittwoch die Charta. Im Fall der Machtergreifung verpflichten sie
sich, gerechte Neuwahlen anzusetzen, eine gesellschaftliche
Kontrolle der Sicherheitsbehörden durchzusetzen, politische
Verfolgungen auszuschließen sowie das Gleichgewicht der Gewalten zu
sichern.
Die Charta verspricht außerdem eine „ausgewogene
Außenpolitik, eine freie Wirtschaft und die Wiederherstellung der
territorialen Integrität Georgiens“.
Seit dem Südossetien-Krieg im August 2008
erkennt Russland Südossetien und Abchasien als unabhängige Staaten
an, Georgien betrachtet sie als seine von Russland besetzten
Provinzen. Die georgische Opposition macht Präsident Saakaschwili
für den Verlust dieser Gebiete verantwortlich.
03.06.2009 RIA
Novosti
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| EU drängt auf Ausweitung der
Beobachtermission in Georgien |
Rund 340 EU-Vertreter überwachen derzeit das
Friedensabkommen. Nach Willen Brüssels sollen sie mehr Befugnisse
bekommen - gegen den Widerstand Moskaus.
Harald Neuber, Neun
Monate nach Ende des georgisch-russischen Krieges im Südkaukasus
will die Europäische Union offenbar ihre militärische Präsenz in der
Krisenregion verstärken. Nach Informationen aus diplomatischen
Kreisen in Brüssel und Strasbourg drängt die Europäische Kommission
unter Führung des konservativen portugiesischen Politikers José
Manuel Barroso auf eine territoriale Ausdehnung der ihrer
Beobachtermission EUMM (European Union Monitoring Mission) in
Georgien. Unterstützt wird diese Position demnach unter anderem von
Deutschland.
Die EUMM soll nach Angaben des Auswärtigen Amtes den Waffenstillstand
überwachen, der Anfang der zweiten Septemberwoche 2008 unter
Vermittlung des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy
ausgehandelt worden war. Rund eine Woche später war der deutsche
Diplomat Hansjörg Haber zum Chef der EUMM berufen worden. Während
die Lage in Abchasien ruhig ist, halten vor allem an der Grenze
zwischen Südossetien und Georgien die Spannungen an.
Bislang
verwehren die russischen und südossetischen Behörden den rund 340
Mitgliedern der EUMM den Zutritt zu dieser Region in der Größe
Luxemburgs. Während Georgien Südossetien als russisch besetzte
Provinz ansieht, hat Russland nach dem Scheitern des georgischen
Angriffskrieges die Unabhängigkeit der ehemals „Autonomen Republik“
anerkannt. Trotz offensichtlicher demokratischer Mängel wird die Eigenständigkeit
Südossetiens auch durch die Parlamentswahlen am heutigen Sonntag
weiter gefestigt.
Der Streit um den völkerrechtlichen Status
Südossetiens belastet auch die Beziehungen zwischen der Europäischen
Union und Moskau. Das zeigte sich zuletzt bei den Gesprächen zwischen Russland, Georgien, der EU und
Vertretern Südossetiens und Abchasiens Anfang vergangener Woche in
Genf. Es habe dabei zwar einen „offenen Meinungsaustausch“ gegeben,
sagte der russische Delegationsleiter Grigori Karassin nach dieser
inzwischen fünften Verhandlungsrunde. Allerdings gebe es nach wie
vor Differenzen darüber, was Stabilität im Kaukasus bedeutet – also
über das zentrale Thema des Dialogs.
Russlands Delegation kündigte derweil an, die
Soldaten in beiden Krisenregionen zu reduzieren. In dem
Friedensabkommen vom September 2008 hat sich Moskau zu dieser
Entsendung verpflichtet. Derzeit sind jeweils rund 4000 russische
Soldaten in Abchasien und Südossetien stationiert. Man werde aber
weiterhin schwere T-62-Panzer in der Region stationiert halten,
sagte der Vertreter Russlands in
Genf.
Unklar ist derzeit, wer die Sicherheit in der
südkaukasischen Krisenregion langfristig aufrechterhalten soll.
Karassin plädierte bei den Genfer Gesprächen für eine
Sicherheitsmission mit Mandat der Organisation der Vereinten
Nationen. Auch mit einer Mission der Organisation für Sicherheit und
Zusammenarbeit in Europa (OSZE) wäre Russland einverstanden.
Allerdings wehrt sich der Kreml vehement gegen eine Ausweitung der
EU-Mission. Dies war zuvor von Georgien gefordert worden. Tbilissi
hofft offenbar darauf, mit der Präsenz der EUMM die Bindungen an den
Westen wieder zu verstärken. Diese Kontakte waren durch den
Angriffskrieg im August vergangenen Jahres nachhaltig beschädigt
wurden. Auch große Teile der georgischen Opposition machen
Saakaschwili den Krieg zum Vorwurf. Unlängst protestierten über
60.000 Menschen im Nationalstadium Georgiens gegen den
Staatschef.
Bei den Brüsseler Strategen trifft die
Annäherung Saakaschwilis trotz dieser wachsenden Vorbehalte gegen
sein Regime auf Gegenliebe. Seit Beginn der EU-Mission war in
Brüssel immer wieder beklagt worden, dass den Beobachtern der Zugang
nach Abchasien und Südossetien verwehrt wird. Wenige Wochen bevor
die EU-Außenminister Mitte Juni über die Verlängerung des Mandats
beraten werden, wird deswegen in internen Beratungen mit Nachdruck
die Forderung nach einer territorialen Ausdehnung der EUMM erhoben.
Dies aber könnte die Spannungen in der Region wieder erhöhen. Gut
ist die Stimmung in Moskau zuletzt ohnehin nicht, nachdem die NATO
im Mai ein ausgedehntes Manöver mit georgischen Kräften abgehalten
hat.
Doch auch innerhalb der Europäischen Union sorgt
die (noch) halbmilitärische Präsenz im Südkaukasus für Konflikte.
Angesichts des Widerstands einzelner Mitgliedsstaaten gegen die
Beobachtermission plant die EU-Kommission, Einsätze im Rahmen der
Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP) – zu
dieser Art von Engagement zählt auch die EUMM – ohne weitere
Rücksprache selbst zu beschließen. Möglich wäre das durch eine so
genannte Vorabumsetzung des Lissabon-Vertrags, der nach negativen
Voten einzelner Mitgliedsstaaten auf Eis
liegt.
Nach geltenden EU-Verträgen aber wäre es
illegal, wenn die EU-Kommission Militärmissionen eigenmächtig
beschließt. Ein solcher Schritt hätte auch Auswirkungen auf die
einzelnen Mitgliedsstaaten. In Deutschland etwa muss der Bundestag
einer Beteiligung an militärischen Missionen zustimmen. Dieser
Parlamentsvorbehalt würde durch den geplanten Kunstgriff der
EU-Kommission umgangen.
01.06.2009
Telepolis (www.heise.de)
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