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Kirche
und Religion
Im Dreiländerdreick Abchasien, Georgien und
Armenien kann man fast schon von einer 2000 Jahren
alten Christianisierung sprechen. Das Christentum
konnte sich als Staatsreligion durchsetzen und
bis auf weniger Veränderungen auch stabilisieren.
In diesem kaukasischen Gebieten führt man
die Ursprünge dieser Missionierung auf die
Apostel Andreas und Simon Kananitezurück.
Laut der Überlieferungen des Klosters Avon
in Abchasien, wo auch eine Taufkirche des Heiligen
Simon aus dem 6. Jahrhundert steht kamen die Apostel
aius Iberien und verbreiten hier den Glauben Jesu.
Über die Religion und Kulte der ersten Staatsgebilde
in den drei Ländern ist nur wenig bekannt,
aber im Falle Iberiens vermutet man, dass die
Verehrung ihrer obersten Götter auf den Masdaismus
der Perser zurückging.
Die Kirche hatte in den letzten 2000 Jahren einige
Kämpfe durchzuführen.
Im Streit zwischen dem byzantinischen Reich und
den Persern, später dann mit den Arabern
und den Turkmanvölkern spielte die religuöse
Frage eine entscheidende Rolle.
Anders als in Ostgeorgien und Armenien, befand
sich Abchasien von Beginn an unter dem direkten
Einfluss von Byzanz. Anfang des 6. Jahrhunderts
erhob sich auch hier das Christentum zur Staatsreligion.
Zwei gut erhaltene Kirchen aus dieser Zeit findet
man noch in Pitsunda und Lichny in Abchasien.
An der Wende vom 9. zum 10. Jahrhunder wurde
im Zuge der Einigung von Abchasien und Georgien
die Kirch dem Katolikat von Mzcheta unterstellt,
und gut einhundert Jahre später nahm Melchisedek,
der selbstbewusste Erbaucher der wichtigsten georgischen
Kathedrale Swetizchoweli in Mzcheta, den Titel
eines Katholikos Patriarchen.
Damit war der lange Weg des Christentums hin
zu einer Religion, die nationale Identität
stiften konnte, vorerst abgeschlossen.
Die abchasisch-georgische Autokephalie erlosch
jedoch mit der Annexion des Landes durch Russland.
Die russische Kirche ersetzte die beiden Katjolikate
durch ihr unterstelltes Exarchat, an dessen Spitze
sie einen Russen setzte, ebenso die von 26 auf
vier reduzierten Eparchen von nun an russischen
Bischöfen unterstanden.
Als Liturgiesprache wurde das georgische durch
das Altkirchenslwische ersetzt. Was keinem der
Eroberer gelunden war, erreichten nun die russischen
orthodoxen "Glaubensbrüder" - das
Volk wandte sich im 19. Jahrhundert von seiner
eigenen, fremd gewordenen Kirche ab.
Einhundert Jahre währte die religiöse
Fremdherrschaft.
Nach dem Krieg 1992 - 1993 zwischen Abchasien
und Georgien, gingen auch die beiden orthodoxen
Kirchen ihren eigenen Weg. Die russisch Orthodoxe
Kirche gab im Jahr 2000 der abchasischen Kirche
ihre Güter und Kirchen wieder zurück
und im Jahre 2001 ging auch die Klosteranlage
in Moskau an die orthodoxe Kirche von Abchasien.
Im Jahre 2001 wurde die erste offizielle Priesterweihe
im Kloster Monastir in Avon durchgeführt.
Im selben Jahr begann auch wieder die evangelische
Kirche in Suchum mit Ihrer Arbeit.
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