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FLÜCHTLING
Noch eine grausame Wirklichkeit des Krieges,
eine Tragödie, die der Krieg mit sich bringt:
Flüchtlinge. Die Menschen sind Opfer eines blinden
Hasses, sind Opfer von Verbrechen. Sie werden
gewaltsam aus ihren Häusern vertrieben, müssen
ihr Vaterland verlassen. Das Problem der Flüchtlinge
tauchte schon in den ersten Kriegstagen auf. Aber
das "Weltgewissen" bemerkte es nicht, genauso
wie der Krieg nicht bemerkt wurde. Briefe, Hilferufe
verhallten, man übte mit den Aggressoren aus Tiblis
Nachsicht.
Am 14. August 1992 veränderte sich das normale
Leben innerhalb einer Stunde. Zehntausende von
Menschen entschieden sich für eine Flucht, um
sich zu retten, um zu überleben. Viele Abchasier
flüchteten. Sie wollten ihre Ehre und auch ihr
Leben behalten, sie wußten, daß sie unter einem
Besatzungsregime und unter der Willkür fremder
Truppen nicht leben konnten. Sie gingen weg, um
so gegen die fremde, grausame Herrschaft zu protestieren.
Sie gingen weg, sie flüchteten in dem Glauben,
irgendwann einmal in ihre Häuser zurückkehren
zu können, in eine verwüstete Stadt. Nur wann
dies sein werde, das wußten sie nicht. Sie wußten
nicht, wann die Gerechtigkeit triumphieren würde.
Die Aggressoren überraschten die Menschen. Daher
war die Flucht auch spontan und nicht organisiert.
Der Flüchtlingsstrom ergoß sich über Gurnista.
Die Menschen flüchten mit Autos, sie gingen zu
Fuß, hatten nur ihre notwendigsten Dinge bei sich.
Der Blockadering wurde immer enger. Die Brücke
über Gumista war nicht passierbar wegen der dauernden
F, euergefechte. Es gab nur eine Rettung: in die
Berge. Die Menschen, manchmal allein, manchmal
in Gruppen, flüchteten in der Nacht> auf Fußpfaden,
auf kleinen Wegen. Sie gingen ins "Leere" in der
Hoffhung, davon zu kommen. Doch die Gefahr war
groß, auf fremde Truppen zu stoßen.
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