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AKTUELLES
Georgische Oppositionspartei
zum Wahlsieger erklärt
Tiflis (dpa) - Unter dem Druck der
Straße und nach massiver Kritik aus dem Ausland
am Wahlverfahren ist am Dienstag in Georgien überraschend
die Opposition zum Sieger der Parlamentswahlen
erklärt worden.
Wahlleiterin Nana Dewdariani teilte
am Abend in Tiflis mit, dass die oppositionelle
Nationale Bewegung des früheren Justizministers
Michail Saakaschwili die Wahl zu ihren Gunsten
entschieden habe. Genaue Zahlen wurden vorerst
nicht genannt.
«Ob es jemandem gefällt oder nicht,
der Oppositionsblock Saakaschwili - Nationale
Bewegung hat die Wahlen vom Sonntag gewonnen»,
verkündete Dewdariani. Ein Endergebnis lag nicht
vor, ebenso wie konkrete Zahlenangaben, da die
Auszählung nach Angaben der Wahlleiterein noch
nicht abgeschlossen war. Noch am Morgen hatte
den Angaben aus Tiflis zufolge der von Präsident
Eduard Schewardnadse gegründete Block Für ein
neues Georgien mit rund 24 Prozent der Stimmen
knapp vor Saakaschwilis Opposition gelegen. Dahinter
lagen die Arbeiterpartei mit etwa 14 Prozent und
die oppositionellen «Burdschanadse-Demokraten»
der Parlamentsvorsitzenden Nino Burdschanadse.
Unter den Anhängern der Opposition,
die sich am Abend zu Tausenden auf den Straßen
von Tiflis zu einer Demonstration versammelt hatten,
brach nach Bekanntwerden des Wahlergebnisses Jubel
aus. Saakaschwili forderte vor rund 20 000 Anhängern
die Führung in Tiflis auf, «bis spätestens Mittwoch
die Wahlniederlage einzugestehen». Die verschiedenen
Oppositionsparteien hatten zu der Massenkundgebung
aufgerufen, da sie von den Machthabern eine Fälschung
des Wahlausgangs befürchtet hatten. Wahlleiterin
Dewdariani merkte dazu an, dass nunmehr «keine
reale Grundlage» für die Demonstration gegeben
sei. In der Stadt waren bereits am Nachmittag
schwer bewaffnete Einheiten von Polizei und Armee
aufmarschiert.
Westliche Beobachter hatten die
Wahl am Sonntag als «wenig demokratisch» kritisiert.
Vor allem die Organisation der Abstimmung sowie
die unvollständigen Wählerverzeichnisse wurden
bemängelt. Die Opposition hatte im Vorfeld der
Abstimmung wiederholt vor einer Fälschung der
Ergebnisse gewarnt und für diesen Fall mit massiven
Protestaktionen gedroht.
Schewardnadse hatte sich von einem
Sieg seines Blocks offensichtlich einen ruhigen
Ausklang seiner Amtszeit erhofft. Der 75-jährige
ehemalige sowjetische Außenminister will bei den
Wahlen 2005 nicht mehr kandidieren.

Die Partei des georgischen Präsidenten
und früheren sowjetischen Außenministers Eduard
Schewardnadse hat die Parlamentswahl verloren.
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