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1. Vorsitzender Eugen W. Krammig, Am Maintor 8, 63456 Hanau - Steinheim am Main
Tel: 0171 / 62 10 121 Fax: 06181 / 650573


AKTUELLES

Abchasien: Mehr Vernunft, weniger Emotionen.

Vorwort über „Gibraltar“ (Legende über die Menschenaffen in Gibraltar: dass das L an d sol an ge Sp an ien (?) gehören wird, bis der letzte Menschenaffe dort stirbt…) – bereitet Ksenia vor.

Letzte Sitzungswoche im Deutschen Bundestag… Die wichtigsten politischen Entscheidungen vor der Sommerpause werden getroffen, die letzten Sommertermine der Abgeordneten geplant…

. Die Weltpolitik kennt aber keine Ferien: in Berlin findet eine Ministerkonferenz zum Konflikt im Nahen Osten statt, die EU verhandelt mit Russland über das neue Partnerschaftsabkommen, Europa will im Konflikt zwischen Georgien und Russland vermitteln, der georgische Präsident Michael Saakaschwili wird von der Bundeskanzlerin empfangen.

Im Hintergrund dieser Ereignisse wollten auch die Internationalen Parlamentsstipendiaten den Ablauf der Weltgeschichte auf eigene Art und Weise beeinflussen. Am 26. Juni fand im Deutschen Bundestag eine Veranstaltung von georgischen und russischen Parlamentsstipendiaten mit der Unterstützung der Deutsch-Südkaukasischer Parlamentariergruppe „ Weg zum Frieden – Perspektive einer friedlichen Lösung des Abchasienkonflikt“ statt. Die Moderation wurde von einem SPD-Abgeordneten und dem Vorsitzenden der Deutsch-Südkaukasischen Parlamentariergruppe Herrn Steffen Reiche übernommen.

Dem ursprünglichen Gedanken der georgischen Stipendiaten nach, sollte die Veranstaltung möglichst mehr auf die Gegenwart und Zukunft der Konfliktlösung sowie auf die produktive und umfassende Diskussion aller Beteiligten konzentriert werden. Das Ganze wurde den russischen Stipendiaten aber leider erst ca. 2,5 Wochen vor dem Event mitgeteilt, in dem Zeitraum, wo sich alle IPS- Praktikanten auf die andere wichtige Veranstaltung vorbereitet haben. Vielleicht wollten die Stipendiaten aus Georgien den Russen weiterhelfen und boten einen fertigen Ablaufsplan des Abends an, nach dem man zuerst „friedlich“ auf die Geschichte des Konflikt eingehen, danach die Rolle der russischen Friedenstruppen in Abchasien durchdiskutieren sollte, (wo dabei die Bedeutung der weiteren Friedenstruppen in der Region – wie z.B. UNOMIG – blieb, war irgendwie unklar)…Weiterhin ging es um das internationale Recht, ohne dabei vergleichende Beispiele in der Weltgeschichte wie Kosovo oder Gibraltar zu nennen (wozu auch immer? Das ist doch „eine komplett andere Story“!!!!), sowie um eigentlich den Hauptteil des Abends – den Friedensplan der georgischen Regierung, wonach Abchasien eine breite kulturelle Autonomie im georgischen Staat bekommen soll…

Die russischen Stipendiaten waren aber nicht am Vorabend geboren und fanden den „friedlichen Ablaufsplan“ jedoch nicht sehr friedlich und sogar etwas provokativ. Erwähnenswert war auch, dass überhaupt nirgendwo etwas über die Teilnahme der jungen Leute aus der betroffenen Region Abchasien die Rede war. Die georgischen Stipendiaten haben die Russen versichert, es sei kaum realistisch, Abchasen in Berlin zu finden, und wenn schon, dann haben sie alle eine große Angst die Wahrheit zu sagen, weil sie dann zu Hause große Probleme bekommen würden. Diese Aussage wirkte auf die Stipendiaten aus Russland ziemlich unglaubwürdig und sie beschlossen in erster Linie jemanden zu finden, der sich mit der Region auskennt und in der Veranstaltung die abchasische Seite vertreten würde. Denn wie kann man überhaupt über die Konfliktlösung in Abchasien diskutieren, ohne die Leute von dort zum Gespräch einzuladen???!

Mit diesem Ged an ken wurde es von der russischen Seite, mit den Wörtern „Abchasien, Berlin, Deutschl an d, abchasische Studenten“ usw., wie m an es heute in Deutschl an d zu sagen pflegt, gegoogelt. Eine der gefundenen Webseite war www.abchasienhilfe.com des eingetragenen Vereins „Abchasienhilfe“, dessen Mitgründer Herr Eugen Krammig ist. Ihn haben die russischen Stipendiaten zur Ver an staltung eingeladen. Aus seinem Lebenslauf wurde es sofort klar, dass der M an n mit Recht die abchasische Seite an dem Abend vertreten konnte. (kurzer Lebenslauf neben dem Bild).

Eugen Krammig ist 1950 in Steinheim am Main geboren. Ein gelernter Industriekaufmann hat später seine Berufung im Journalismus gefunden. Seit 1979 bis heute ist er Bildjournalist, auch in den diversen Kriegseinsätzen, unter anderen 1992/93 in Georgien. Seit 1989 bis heute nahm Herr Krammig an über 100 humanitären Einsätzen als Journalist teil. Er hat viele Ehrungen erhalten, unter anderen das Bundesverdienstkreuz, Landesehrung im Niederösterreich für Kultur, Auen Preis des WWF Austria usw. Seit 1996 ist Eugen Krammig ein Bürger von Abchasien und Konsul, seit 2000 geweihter Priester der orthodoxen Kirche Russlands in Novy Afon.

Als Herr Krammig sein Wort in der Veranstaltung bekam, wurde es viel lebendiger im Raum nach einem sehr (!) langen und etwas monotonen Input der georgischen Seite. Er hat sich auf einige historischen Aspekte konzentriert, obwohl die Stipendiaten aus Georgien sehr gerne eher über die Gegenwart und Zukunft der Konfliktlösung reden wollten. Da es aber in ihrem Vortrag die kurze Geschichte wirklich einseitig dargestellt wurde, konnte Herr Krammig nicht auf einige Worte dazu verzichten, was auch völlig legitim und glaubwürdig war.

In der weiteren heißen Diskussion unter den Beteiligten war es von Zeit zu Zeit sogar für diese Veranstaltung etwas emotional. Eigene Erfahrungen wurden zum Glück mit den Meinungen einiger Experten verwissenschaftlicht, und die Diskussion wurde auf dem entsprechenden Niveau weitergeführt.

Leider gab es jedoch nicht sehr viele positive Zeichen während der Veranstaltung in Bezug auf die Konfliktlösung in der nächsten Zeit. Das kann man aber auch verstehen: da wenn die Völker so lange voneinander in einer wortwörtlichen Isolation leben, kann die friedliche Lösung nicht von heute auf morgen stattfinden. Aber erste Bemühungen, vor allem der jungen Generationen, dieses Thema erst mal überhaupt wahrzunehmen, ist schon ein guter Anfang. Es ist jedoch von großer Bedeutung, dass der Vernunft den Vorrang vor den Emotionen in jeder Konfliktlösung haben muss, und dafür plädierten wir im Laufe der Vorbereitung und in der Veranstaltung sehr.

Und für das große Nachbarland Russland ist es von der außerordentlichen Wichtigkeit, dass der Frieden und Stabilität an seinen Grenzen herrscht. Wirtschaftliche Zusammenarbeit und das friedliche Zusammenleben der Völker sind eine optimale Voraussetzung für die erfolgreiche Entwicklung von allen angesprochenen Ländern. Miru - mir!!!



 

 

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